Kripo ermittelt weiter

Mordverdacht gegen Arzt-Gattin in Tegernsee: Dramatische Details zum Tathergang

Die 47-jährige Ehefrau eines Augenarztes sitzt in Untersuchungshaft.

Nachdem ein 60-jähriger Arzt aus Tegernsee tot in seinem Bett aufgefunden worden war, wurde seine Ehefrau des Mordes an ihm verdächtigt. Nun gibt es Neuigkeiten zum Tathergang.

Update, 21. Februar: Ein Bild, das einen gesellschaftlichen Aufstieg nicht besser dokumentieren könnte: Eine Frau im mittleren Alter sitzt am Steuer eines Porsches, sie trägt Pelz - wirkt zufrieden, glücklich, oder auf Neudeutsch im Internet: happy. Doch jetzt rankt sich ein dunkles Geheimnis um die Pelz-Lady vom Tegernsee: Sie soll ihren Ehemann umgebracht haben. Die Witwe wurde am 6. Februar wegen dringenden Verdachts des Mordes festgenommen, sie sitzt seither in U-Haft. Der Vorwurf der Ermittler: Sie soll am Tod ihres 60-jährigen Ehemannes, einem früher in München praktizierenden Augenarzt, schuldig sein. 

Mordverdacht in Tegernsee: 60-Jähriger tot im Bett aufgefunden

Ihr Mann war bereits am 8. August 2018 vormittags leblos in seinem Bett aufgefunden worden. Sein hinzugerufener Hausarzt konnte nur den Tod feststellen. Doch eine natürliche Ursache, beispielsweise durch eine lebensbedrohliche, langwierige Erkrankung, ließ sich nicht feststellen - die Polizei wurde verständigt. Das ist auch das normale Vorgehen in so einem Fall. Es folgten Obduktion und lange Ermittlungen. Schließlich gab es genug Indizien für die zuständige Staatsanwaltschaft München II, einen Haftbefehl wegen Mordes zu erwirken. „Einem rechtsmedizinischen Gutachten zufolge ist die Todesursache eindeutig im Bereich Fremdeinwirkung zu suchen“, erklärte Alexander Huber vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim nach der Festnahme. 

Seither ist die Ehefrau des Toten in Untersuchungshaft. „Angaben als Beschuldigte zur Sache hat sie nicht gemacht“, berichtete die Münchner Oberstaatsanwältin Andrea Mayer. Als Zeugin habe sie sich aber eingelassen. Das bedeutet, dass diese Aussagen vor der Verhaftung gemacht worden waren. Ansonsten halten sich die Ermittler bedeckt. Zum Motiv oder einer Tatwaffe gibt es keine Angaben. Der Arzt und seine Frau waren in ihrer Wohngegend durchaus vom Sehen und auch vom kurzen, freundlichen Grüßen bekannt. Der Ehemann soll aber zuletzt angeschlagen gewirkt haben. Möglicherweise lebten die beiden an dem Platz in Tegernsee sogar in zwei verschiedenen Wohnungen, allerdings in der Nachbarschaft. Für eine Wohnung hatte Ehefrau Katherina zwei Monate vor Auffinden der Leiche eine Nutzungsänderung zu einer Ferienwohnung öffentlich bekannt gemacht. 

Mordverdacht in Tegernsee: Könnte das die Tatwaffe gewesen sein?

Für die Witwe des Arztes ist der begehrte Tegernsee schon lange ihr zweites Zuhause. Früher noch unter anderem, typisch bayerischen Namen. Geboren wurde die 47-Jährige allerdings in Bulgarien, wo sie einen medizinischen Beruf erlernt haben soll. Half ihr dieses Vorwissen? Denn nach tz-Informationen soll eine Spritze bei der Tatbegehung eine Rolle gespielt haben. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich dazu nicht. Bei der Kripo Miesbach wurde wegen des Mordes eine Arbeitsgruppe gebildet. Die Ermittler hatten vor zwei Wochen angekündigt, dass sich die Untersuchungen noch länger hinziehen könnten.

In diesem Mehrfamilienhaus in Tegernsee lebte die Ehefrau des Augenarztes. Im August 2018 wurde ihr Mann tot aufgefunden

Update, 12. Februar: 

Tegernsee – Seit einer Woche sitzt die Witwe (47) eines Augenarztes (60) aus Tegernsee nun in Untersuchungshaft. Wie berichtet, steht die Frau im dringenden Verdacht, ihren Ehemann ermordet zu haben. Doch es scheinen noch viele Fragen offen. 

„Die Ermittlungsarbeit läuft“, meint Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Es gebe aber noch keine neuen Erkenntnisse. Die Frau bleibe in Haft. Ihr Ehemann starb bereits am 8. August. Der 60-Jährige lag morgens leblos im Bett, seine Frau alarmierte den Hausarzt. 

Mord in Tegernsee: Noch viele Fragen zur Arzt-Gattin offen

Der stellte den Tod seines Kollegen fest, konnte aber keine natürliche Ursache finden und meldete den Fall bei der Polizei. Die Kripo Miesbach veranlasste eine Obduktion des Leichnams. Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab laut Polizei, dass die Ursache des Todes im Bereich Fremdeinwirkung zu suchen sei. 

Woran der Tegernseer starb, darüber schweigen sich die Ermittler aus. Nähere Informationen könnten den Erfolg ihrer Arbeit gefährden, heißt es. Rätselhaft ist auch, warum fünf Monate zwischen dem Tod des Augenarztes und der Festnahme seiner Frau vergingen. Die Polizei begründet die Dauer mit der sehr langwierigen und aufwendigen Ermittlungsarbeit. 

Im Ort war die Arzt-Gattin vielen durchaus ein bekanntes Gesicht. Man sah sie regelmäßig zu Fuß beim Einkaufen. Sie wohnte dem Vernehmen nach in einer großen Wohnung im Zentrum von Tegernsee. Von den Ermittlungen der Polizei ahnte niemand etwas.

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Update vom 7. Februar

Tegernsee - Ein Mann liegt morgens tot im Bett, die Ehefrau ruft den Hausarzt. So geschehen diesen Sommer in Tegernsee. Doch der Mediziner erkennt: Hier stimmt etwas nicht. Am Mittwoch wurde die 47-jährige Ehefrau festgenommen: Mordverdacht.

Der Tote war Augenarzt, 60 Jahre alt. Seine Praxis in München hatte er aufgegeben und genoss seinen Ruhestand in Tegernsee. Am Morgen des 8. August 2018 alarmierte seine Ehefrau (47) den Hausarzt: Ihr Mann lag leblos im Bett. Der Mediziner konnte nur noch den Tod feststellen. Doch eine natürliche Ursache für das Ableben seines Kollegen fand er nicht. Der Hausarzt rief die Polizei. 

Mordverdacht in Tegernsee: 47-Jährige nach monatelangen Ermittlungen festgenommen

Es folgten eine Obduktion und monatelange Ermittlungen. Am Mittwoch nahm die Polizei die Ehefrau des Toten in Tegernsee fest. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern mitteilt, besteht „dringender Tatverdacht“, dass sie ihren Mann getötet hat. Wie der Mann zu Tode kam und welches Motiv seine Frau gehabt haben könnte, darüber schweigt die Polizei sich aus. Man wolle kein Täterwissen preisgeben, heißt es. 

Denn die Ermittlungen sind nach der Verhaftung noch lange nicht abgeschlossen. „Wir stehen eher am Anfang“, so die Polizei. In nächster Zeit werde es im Bereich Tegernseer Tal zahlreiche Ermittlungen geben. Zur Aufklärung des Falls wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Zuständig sind die Kripo Miesbach und die Staatsanwaltschaft München II. 

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Erwiesen ist, dass der Tod des Augenarztes kein natürlicher war. Einem rechtsmedizinischen Gutachten zufolge sei die Todesursache „eindeutig im Bereich Fremdeinwirkung“ zu suchen, erklärt Polizei-Sprecher Alexander Huber. Im Rahmen aufwendiger und langwieriger Ermittlungen habe man Indizien gesammelt, auf deren Basis die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erwirkt habe. Die Ehefrau wird vernommen. Weitere Details gibt die Polizei nicht preis. Die Ermittler rechnen damit, dass sich die Untersuchungen noch längere Zeit hinziehen. 

Festnahme in Tegernsee - Fall weckt düstere Erinnerungen

Die Tat weckt Erinnerungen an einen Mord, der sich vor über zehn Jahren in St. Quirin ereignet hat. Am 24.Mai 2008 tötete ein Wiesser seine 59-jährige Ehefrau mit drei Messerstichen in der gemeinsamen Wohnung. Der Täter legte sofort ein Geständnis ab. Sehr viel diffiziler war die Sachlage beim „Badewannen-Mord“, der bis heute Rätsel aufgibt. Zu Tode kam eine 87-Jährige aus Rottach-Egern, die leblos in der Badewanne aufgefunden wurde. Hausmeister Manfred G. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, seine Anwältin kämpft jedoch weiter um die Wiederaufnahme des Verfahrens. 

Ins Gedächtnis gebrannt hat sich auch der Raubmord an einer Boutique-Besitzerin in der Rottacher Seestraße im November 2012. Nach langen Ermittlungen gestand eine 49-Jährige, das Opfer mit dem Tragegurt ihrer Handtasche erstickt zu haben. Ein Mordverdacht stand auch im Fall der 95-jährige Kreutherin Betty B. im Raum, die im März 2016 starb. Eine Angestellte (53) wurde beschuldigt, Betty B. nicht nur ausgeraubt, sondern auch erstickt zu haben. Vom Mordverdacht sprach das Gericht die Angeklagte aber im Juni 2018 frei.

Christina Jachert-Maier

Erstmeldung: In Tegernsee: Arzt-Gattin (47) unter Mordverdacht festgenommen

Tegernsee - Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd berichtet aktuell: Bereits am 8. August 2018 wurden zunächst Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim und später Ermittler des Fachkommissariats der Kriminalpolizeistation Miesbach zu einem Todesfall nach Tegernsee gerufen. 

Ein 60-jähriger Mann wurde leblos in seinem Bett vorgefunden. Durch den hinzugerufenen Hausarzt konnte nur noch der Tod festgestellt werden.

Die zunächst nicht klärbaren Umstände des Todeseintritts veranlasste die Kriminalpolizei Miesbach und die sachleitende Staatsanwaltschaft München II zu weiteren kriminalpolizeilichen Maßnahmen sowie zur Anordnung einer rechtsmedizinischen Begutachtung des Leichnams.

Arzt-Gattin aus Tegernsee unter Mordverdacht - Ermittlungen dauern an

Aufgrund der in diesem Zusammenhang gewonnenen Erkenntnisse und weiterer im Rahmen der aufwendigen und langwierigen Ermittlungen erlangten Indizien ist der Verdacht einer vorsätzlichen Tötung des 60-jährigen Opfers gegeben. 

Die zuvor genannten Untersuchungen richteten den dringenden Tatverdacht gegen die 47-jährige Ehefrau des Opfers, weshalb von der sachleitenden Staatsanwaltschaft München II Haftbefehl gegen die Tatverdächtige erwirkt wurde.

Die 47-Jährige wurde am Mittwoch, 6. Februar, verhaftet und nach Eröffnung des Haftbefehls beim zuständigen Ermittlungsrichter des Amtsgerichts München in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Miesbach und der Staatsanwaltschaft München II dauern an.

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