1. tz
  2. München
  3. Region

„Dreiste Unverfrorenheit“: Überwachungskamera auf Toilette empört Urlauber - Gemeinde reagiert

Erstellt:

Von: Christina Jachert-Maier

Kommentare

Kamera Klo
Die Kamera auf dem WC sorgt für Empörung. Sie ist außer Betrieb. © privat

Beim Aufsuchen einer öffentlichen Toilette in Rottach-Egern entdeckte ein Urlauber eine Überwachungskamera. Er ist empört - die Gemeinde lässt die Kamera jetzt abbauen.

Rottach-Egern – Wo der Mensch gern allein ist, sah Urlauber Karlheinz Kulikowski eine Überwachungskamera auf sich gerichtet. Beim Betreten einer Kabine der öffentlichen Toilette auf dem Friedhof bei St. Laurentius fiel ihm die Kamera ins Auge. Zudem entdeckte er einen schriftlichen Hinweis auf den Grund der Überwachung. Demnach übt die Gemeinde Rottach-Egern ihr Hausrecht aus, um Vandalismus zu verhindern.

Kamera auf Toilette: Tegernsee-Urlauber empört - „Dreiste Unverfrorenheit“

Eine Telefonnummer des Datenschutzbeauftragten war beigefügt. Kulikowski ist empört über die Überwachung „im Schatten der Basilika“, wie er schreibt: „Welcher Teufel hat denn die Gemeindeoberen in Rottach-Egern geritten, dass sie, um Vandalismus abzuwenden, den Spannern unter ihnen ganz offiziell die Möglichkeit eröffnen, ihrer abstrusen Neigung nachzugehen?“

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Tegernsee-Newsletter.

Ihn überrasche die „dreiste Unverfrorenheit“, mit der eine ganze Reihe von Vorschriften angeführt werde, um die Maßnahme zu rechtfertigen: „Ganz sicher hatten die Gesetzgeber und Vorschriftenformulierer einen solch beschämenden Vollzug nicht im Sinn gehabt.“

Überwachungskamera auf Klo: Gemeinde Rottach-Egern stellt klar - Gerät nicht in Betrieb

Laut Gemeinde-Geschäftsleiter Gerhard Hofmann täuscht der Eindruck. Die Überwachungskamera habe nie den Bereich in der Kabine eingefangen. Aktuell sei die Kamera außer Betrieb. Möglicherweise sei das – nicht funktionstüchtige Gerät – so gedreht worden, dass der Eindruck entstehe, Toilettengänger würden gefilmt.

Diesen Eindruck wolle die Gemeinde nicht erwecken, versichert Hofmann. Er habe deshalb einen Mitarbeiter angewiesen, die Kamera zu entfernen. Der Vandalismus habe zum Glück abgenommen. Dies sei zum einen der Überwachung zu verdanken, vor allem aber dem Umstand, dass die Gemeindeihre WC-Anlagen erneuert habe, was die Hemmschwelle erhöhe.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Miesbach und der Tegernsee-Region finden Sie auf Merkur.de/Tegernsee. 

Auch interessant

Kommentare