tz-Bürgeranwalt hilft

Telefonanbieter gewechselt - plötzlich Sky-Kunde

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Rentner Philipp Bingel mit der Rechnung von Sky.

Wörthsee - Der tz-Bürgeranwalt hilft heute einem Rentnerpaar, das ungewollt zu einem Sky-Abonnenten wurde.

Frage: Wir haben zu Vodafone gewechselt, aber dann ging das Telefon nicht mehr, weil keine Leitung frei war. Unser Nachbar, der sich viel um uns kümmert, war beim Vodafone-Geschäft, um uns zu helfen, und ließ sich eine LTE-Box mit Antenne mitgeben, die nun am Fensterbrett steht. Wenn man sie nur ein wenig verrutscht, dann geht der Empfang nicht mehr, aber wir kommen zurecht. Als unser Nachbar aus dem Vodafone-Geschäft wiederkam, brachte er uns Informationsmaterial von Sky mit. Wir wollten das aber nicht und haben auch nie etwas unterschrieben oder bestellt. Trotzdem verlangt Sky jetzt Geld von uns und hat die Sache auch schon an ein Inkassobüro übergeben, das verlangt 813 Euro von uns und droht mit Klage. Wir wissen uns nicht zu helfen, Sky geht bei uns auch gar nicht. Ich bin 87 Jahre alt, meine Frau ist 80 Jahre alt.

Philipp Bingel (87), Rentner aus Wörthsee

Antwort: Tatsächlich vertreibt auch der Telefonanbieter Vodafone das Angebot des Bezahlfernsehens Sky. Wie es dann genau dazu kam, dass Sky die tz-Leser in ihre Abonnentenliste aufnahm, das war trotz vieler Telefonate durch die tz mit Sky nicht genau nachzuvollziehen. Obwohl eines klar ist: Um Geld von den Bingels verlangen zu können, muss Sky ihnen nachweisen können, dass der Sender mit ihnen einen Vertrag abgeschlossen hat – entweder direkt oder über Vodafone.

Zu dem Vertragsschluss an sich fand der Sprecher von Sky zunächst nichts – dafür aber einen Brief von Philipp Bingel, in dem der schreibt, dass er Sky zwar bestellt habe, aber nicht mehr wolle, da das Programm mit der LTE-Box gar nicht geht. Im Gespräch mit der tz sagt Philipp Bingel jedoch, er habe sein Schreiben unglücklich formuliert, weil er Sky nie bestellt habe – er habe nur zum Ausdruck bringen wollen, dass es sowieso nicht funktionieren würde. Die Box, die Sky ihm schickte, habe er sofort zurückgesendet.

Dies teilte die tz dem Sky-Sprecher mit, und der entschied, dass Sky die Sache nun aus Kulanz auf sich beruhen lassen werde. „Wir nehmen die Tatsache, dass die tz sich eingeschaltet hat, als Nachweis dafür, dass die Bingels Sky gar nicht empfangen können. Wir werden die Sache zurückziehen und das Inkassobüro darüber informieren, dass es den Vorgang Bingel stornieren soll.“

Susanne Sasse

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