Tengelmann tauscht Müller-Ware um

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Freising - Der Hygiene-Skandal wird Müller-Brot Millionen kosten! Denn das Unternehmen braucht offensichtlich länger, um Mäusedreck, Kakerlaken und Schaben loszuwerden, als bisher angenommen. Doch damit nicht genug.

Der Hygiene-Skandal wird Müller-Brot Millionen kosten! Denn das Unternehmen braucht offensichtlich länger, um Mäusedreck, Kakerlaken und Schaben loszuwerden, als bisher angenommen.

Nach Angaben eines Müller-Sprechers sind sogar bauliche Maßnahmen erforderlich. Das heißt: Es reicht nicht aus, Böden und Mauerwerk in den Produktionshallen zu säubern – teilweise müssen sie komplett erneuert werden! Das bestätigte auch eine Sprecherin des Landratsamtes Freising , der zuständigen Kontrollbehörde, der tz.

Das sagen die Münchner

Für Müller-Brot heißt das, dass weiter teuer zugekauft werden muss. Denn bis zum Produktionsstop lieferte die Großbäckerei jeden Tag 220 Tonnen Backwaren aus, darunter eine Million Semmeln und Brezn. „Die beziehen wir einstweilen von Partner-Bäckereien aus ganz Bayern“, so ein Müller-Sprecher. Die Hopfpfisterei ist aber nicht mehr dabei. Ihr Management fühlt sich getäuscht, da Müller-Brot seine Bitte um Hilfe zunächst mit einem Schwelbrand in der Produktion begründet hatte.

Hygiene-Mängel: Hier wird das Müller-Brot entsorgt

Hygiene-Mängel: Hier wird das Müller-Brot entsorgt

Aber das Unternehmen hat noch ganz andere Probleme: Offensichtlich schwindet das Vertrauen der Verbraucher in die Produkte der Großbäckerei. Tengelmann hat inzwischen reagiert. In einer Filiale in Wolfratshausen wird Müller-Brot-Käufern angeboten, bei Zweifel an der Qualität die gekaufte Ware jederzeit zurückgeben zu können!

Und auch auf politischer Ebene zieht der Skandal immer größere Kreise: Im Landtag dringen die Grünen weiter auf Aufklärung: Christian Magerl, Vorsitzender des Gesundheits-Ausschusses, fordert das Gesundheitsministerium auf, sich in der nächsten Ausschusssitzung am 16. Februar zu den Vorfällen zu äußern. Es müsse genau geklärt werden, warum es so lange nicht gelungen sei, offenkundige Mängel abzustellen und wer dafür die Verantwortung trage. Magerl sieht hier das Landesgesundheitsamt genauso in der Pflicht wie Ministerium und Landratsamt.

Müller-Brot hat übrigens schon lange nichts mehr mit der traditionsreichen Bäckerfamilie Hans Müller zu tun, die 1930 in Giesing mit einer kleinen Bäckerei anfing und zu Deutschlands viertgrößtem Back-Konzern aufstieg. 2003 übernahm der Unternehmer Klaus Ostendorf die Firma. Der 65-jährige Niedersachse wird zu den 250 reichsten Deutschen gezählt.

WdP

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