Er stoppte ein führerloses Auto 

So honoriert Tesla den Garchinger Helden, der keiner sein will

Manfred Kick kann sich vor Medienanfragen kaum mehr retten, nachdem er auf der A9 mit einer waghalsigen Aktion in seinem Tesla ein führerloses Auto stoppte. Nun hat sich auch der Tesla-Chef gemeldet. 

Garching – Nun hat sich sogar Elon Musk zu Wort gemeldet, der schillernde US-Unternehmer und Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla. Per Twitter zollte er zunächst dem Tesla-Fahrer großen Respekt, „der Schaden an seinem Auto in Kauf genommen hat, um das Auto eines bewusstlosen Fahrers zu stoppen“. Und Minuten später schrieb Musk in seiner nächsten Nachricht: „Als Anerkennung übernimmt Tesla alle Reparaturkosten – schnell und kostenlos.“

Dies wird Manfred Kick aus Garching freuen – denn der 41-Jährige ist jener Fahrer, der Anfang der Woche auf der A9 einen bewusstlosen Mann am Steuer seines fahrenden Autos entdeckte, und dieses daraufhin mit seinem eigenen Wagen ausbremste. Die Feuerwehr München lobte hinterher die „unglaubliche Courage“ von Kick, der sich nach dem Manöver auch um die Erstversorgung des Mannes kümmerte, der wohl einen Schlaganfall erlitten hatte. Vonseiten der Polizei hieß es, dass man prüfen werde, ob man den Garchinger für eine Auszeichnung vorschlage.

Derweil steht bei Manfred Kick seit dem Unfall das Telefon nicht mehr still. „Es ist Wahnsinn, was die Geschichte ausgelöst hat“, sagt der Familienvater, der für die örtliche CSU im Stadtrat sitzt. Wobei er betont: „Die Rückmeldungen, egal ob per Mail oder per Facebook, waren bislang alle positiv.“ Das freilich ist noch vorsichtig ausgedrückt. Von einer „Heldentat“ schreiben die Zeitungen, und dass Kick ein „Lebensretter“ sei. Doch ihm selbst braucht man damit nicht zu kommen: „Ich bin doch kein Held“, stellt er klar. „Das war eine Situation, in der ich einfach gehandelt habe.“ Zumal Kick auf seinen Hintergrund verweist: Die Firma des Metallbaumeisters fertigt Leitplanken für Crashtests; überdies hat er unlängst einen Rettungstauchschein gemacht, inklusive Ersthilfekurs. „Beides hat mir in dieser Situation natürlich geholfen.“

Manfred Kick geht lieber zum Stammtisch als mit zum Pressetermin

Manfred Kick: „Es ist Wahnsinn, was die Geschichte ausgelöst hat.“

Nicht vorbereitet war Manfred Kick dagegen auf das gewaltige Medienecho. Seit Tagen gibt er Interviews für Zeitungen aus dem ganzen Land; auch diverse Fernsehsender waren schon da, um über die filmreife Rettung zu berichten. Gestern ist der 41-Jährige mit dem ZDF unterwegs gewesen – „doch danach ist erst mal Schluss“, sagt er. So hat er eine Medienanfrage für heute Abend abgelehnt. Der Grund: „Da gehe ich lieber zum Stammtisch“, sagt Manfred Kick und lacht. Am Wochenende fährt er dann nach Österreich, „zum Eistauchen – und zum Abtauchen“.

In den Kurzurlaub wird Manfred Kick vermutlich mit seinem Tesla fahren; den Schaden an dem Auto hat die Polizei auf 2000 Euro beziffert. „Aber das ist nur Blech, das kann man ersetzen“, sagt Kick. Ärgerlich sei's trotzdem, weil der Wagen bis dato unfallfrei war, und er ihn bald verkaufen und durch ein neues Modell mit Anhängerkupplung ersetzen will. Mit der Versicherung habe er bislang noch nicht gesprochen – „dafür hatte ich gar keine Zeit“.

Immerhin: Die Nachricht von Elon Musk hat den Garchinger erreicht; ein Freund habe ihm ein Bildschirmfoto von dessen Twitter-Mitteilung geschickt. „Mein Englisch ist ja nicht so gut, aber wenn ich's richtig verstanden habe, will Tesla die Reparaturkosten übernehmen“, sagt Kick. „Das freut mich natürlich.“ 

ps

Rubriklistenbild: © Stäbler

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