Eine Nacht im neuen „The Starnbergsee Hideaway“

Neues Luxus-Hotel am Starnberger See: So sieht‘s aus - und das bekommen Sie für Ihr Geld

+
Unmittelbar am Ufer des Starnberger Sees liegt das neue Luxushotel mit dem exzentrischen Namen „The Starnbergsee Hideaway“. Die Außenanlagen werden derzeit noch hergerichtet.

Der Starnberger See steht für die Meisten für Luxus und Lebensfreude. Dabei ist die Zahl wirklich hochklassiger Hotels direkt am Seeufer überaus überschaubar. Das „The Starnbergsee Hideaway“ in Seeshaupt will das jetzt ändern. Unsere Mitarbeiterin Renate von Fraunberg hat schon einmal probe-übernachtet.

Seeshaupt – Das neue Hotel heißt zwar „The Starnbergsee Hideaway“ und das Restaurant „Haus am See“, die Seeshaupter aber werden bei Gaststätte, Hotel und Seegelände sicher noch geraume Zeit bei „Lido“ bleiben, wie sie es seit 1937 gewohnt sind.

Damals kaufte das Münchner Studentenwerk das sechs Hektar große Areal am Starnberger See; eröffnete das Strandbad Lido, baute das Kurheim zu einem Hotel um und die alte Strandhalle zu einem Café, das heutige „Haus am See“. Nach mehreren Pächtern übernahm 1994 Manfred Vollmer das Lido, ließ das heruntergekommene Restaurant renovieren und das Hotel 2003 zugunsten eines Neubaus mit 218 Betten abreißen.

Zum „The Starnbergsee Hideaway“-Areal gehört auch der Lidopark

2010 zog sich der Augustinerwirt zurück. Sein Nachfolger, der Kölner Bauinvestor Lars Kaiser, hat es geschafft, dass nach vier Jahren Planung und zwei Jahren Bauzeit jetzt am 1. Mai das Luxushotel „The Starnbergsee Hideaway“ eröffnet wird – zumindest der Haupttrakt mit 30 Zimmern, Restaurant, Loungebar und Spabereich.

Genehmigt sind auch zwei kleinere Kavaliershäuser und ein Neubau anstelle des „Hauses am See“ mit zusammen noch einmal 55 Zimmern. Wie sein Vorgänger Vollmer will auch Kaiser den Lidopark für seine Gäste erschließen.

Zum Lido-Areal gehört nämlich auch das verwunschene Gelände auf der anderen Seite der St. Heinricher Straße, durch das sich die schmale Ach schlängelt, an der schon im 15. Jahrhundert eine Mühle stand. Für die Stromerzeugung bis etwa 1960 wurde die Ach zu einem großen Weiher aufgestaut. Das einsturzgefährdete Mühlengebäude mit dem Elektrizitätswerk darf Kaiser abreißen und neu bauen.

„The Starnbergsee Hideaway“ - Baumhäuser entlang der Ach?

Er liebäugelt aber auch mit der Idee, entlang der Ach Baumhäuser als exklusive Übernachtungsmöglichkeit für seine Gäste bauen zu lassen. Bei der Gemeinde Seeshaupt und den zuständigen Behörden stieß er damit auf wenig Gegenliebe, aber er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Beim Problem „Fischwanderung“ könnte sich hingegen endlich eine Lösung anbahnen. Für Mai-Renken, Ruten, Aale und Haseln sind die Stauanlagen ein unüberwindliches Hindernis, wenn sie im Frühjahr in ihre natürlichen Laichgründe in den Osterseen ziehen wollen.

Reinhard Mauritz vom „Seeshaupter Anglerkreis“ kämpft seit über zehn Jahren für eine teilweise Renaturierung der Ach. Jetzt will auch Lars Kaiser mitziehen. Nur die Finanzierungsfragen sind noch nicht geklärt. Aber das alles ist Zukunftsmusik. In der Gegenwart stellt sich die Frage: Wie schläft und urlaubt es sich eigentlich im „The Starnbergsee Hideaway“?

So war das „Soft-Opening“ im „The Starnbergsee Hideaway“

Wenn gleich ums Eck ein Hotel aufmacht, das so luxuriös ist wie kein Zweites weit und breit und das auch noch mit „Soft-Opening-Preisen“ lockt – warum soll man da nicht einfach mal 299 Euro für eine Nacht zu zweit ausgeben, inklusive Champagner-Aperitif, Drei-Gänge-Menü und Lounge-Frühstück?

Also radelten mein Mann und ich kurzentschlossen Ende April zum „The Starnbergsee Hideaway“. Was „Soft-Opening“ bedeutet, kann man unschwer erkennen: Die „Hoteloase im Landhausstil in seiner schönsten Form“, wie das Haus im Internet angepriesen wird, stand noch inmitten einer grauen Steinwüste. Von der „herrlichen Gartengestaltung“ keine Spur, der harte Winter hatte Hotelbesitzer Lars Kaiser einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt arbeiten die Gärtner aber mit Hochdruck an der Begrünung für die Eröffnung am 1. Mai. Die große Feier steigt erst am 1. August, bis dahin ist auch der 15 Meter lange Außenpool fertig.

In der Spa-Abteilung wartet unter anderem eine Infrarotkabine auf die Urlauber.

Der Blick zum Starnberger See: traumhaft

Hinter dem dunkelgrünen Eingangsportal war es dann aber so, wie wir uns ein Haus im „klassischen, zeitlosen und eleganten Stilkonzept“ vorstellten: hohe Räume, dunkles Mobiliar, exklusive Leuchten, teure Böden, ein großer Salon mit schweren Ledersofas, offenem Kamin und traumhaften Durchblicken zum Starnberger See. Hier werden künftig Butler die Gäste mit Blick und Sinn für das Detail verwöhnen, „egal ob für Business oder ein romantisches Tête-à-tête“, wie die Werber weiter tönen.

Von der „Sky-Terrasse“ aus haben die Gäste einen spektakulären Blick auf den Starnberger See und die umliegenden Gemeinden.

Wir tranken immerhin mit Michael Steinwitz, dem stellvertretenden Hoteldirektor, an der Hotelbar unser Gläschen Champagner aus dem „Soft-Opening-Paket“. Steinwitz arbeitet hier bereits seit einem Jahr und war sichtlich stolz auf „sein“ Hotel, das in die Vier-Sterne-Superior-Kategorie eingestuft werden könnte, wenn erst mal alles fertig ist.

Für ein „Standardzimmer-Seeseite“ war unsere Bleibe ganz schön luxuriös: Stuck an der Decke und Parkett auf dem Boden, rosa Polstergarnitur und dunkler Schreibtisch im Vorzimmer, ein Natursteinbad als „private Wohlfühloase“, das Schlafgemach mit einer großblumigen Tapete über dem Bett und bodentiefe Fenster für den freien Blick aufs Wasser.

Gemütlich und stilvoll präsentieren sich der entspannten Autorin die Annehmlichkeiten in ihrem Zimmer.

Diese englischen Tapeten mit verschiedenen Motiven sind ein dekoratives Stilelement im ganzen Haus, vor allem in den unterschiedlich eingerichteten 30 Zimmern und Suiten – die teuersten messen 70 Quadratmeter.

Individuelle Balkone gibt es keine, dafür aber eine „Sky-Terrasse“ über dem Dachgeschoss. Der Rundumblick über den ganzen See und bis zur Alpenkette war wirklich atemberaubend, sogar für Seeshaupter, die den Anblick eigentlich gewöhnt sind. Noch näher am Wasser ist man auf der Terrasse im „Haus am See“, wo wir uns mit heiß geräuchertem Tatar, knusprigem Saibling und sündig süßem Schokoladendessert verwöhnen ließen. Das Hotelrestaurant „Seegrill 800 Grad“ war noch geschlossen. Wir hätten aber den schicken Spabereich, natürlich mit Blick zum See, nutzen können, fühlten uns aber auch ohne Infrarotsauna „entspannt und entschleunigt“.

Das „Lounge-Frühstück“ wird von Hausdame Maria Luisa Arenós aus Valencia zubereitet und mit einem freundlichen Lächeln serviert.

Nach einer wohligen Nacht genossen wir noch den morgendlichen Rundblick von der „Skyterrasse“ und ließen uns dann zusammen mit einer Handvoll anderer Gäste beim „Lounge-Frühstück“ von der liebenswerten Hausdame Maria Luisa Arenós aus Valencia verwöhnen. Und dann sind wir wieder heimgeradelt. Es war ein sehr vergnügter Kurzurlaub – gleich ums Eck.

Von Renate von Fraunberg

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Junge Audi-Fahrerin gerät auf die Gegenspur - es kommt zum Frontalunfall 
Junge Audi-Fahrerin gerät auf die Gegenspur - es kommt zum Frontalunfall 
Mittelschüler hängen schlüpfrige Fotos auf - selbst der Bürgermeister ist fassungslos
Mittelschüler hängen schlüpfrige Fotos auf - selbst der Bürgermeister ist fassungslos
„Park-Abzocke“? Kunde ist wütend über Strafzettel - 30 Euro obendrauf nach Einkauf
„Park-Abzocke“? Kunde ist wütend über Strafzettel - 30 Euro obendrauf nach Einkauf
„Ich dachte, die Welt geht unter“: Feuerwehr-Großeinsatz zu denkbar schlechtem Zeitpunkt
„Ich dachte, die Welt geht unter“: Feuerwehr-Großeinsatz zu denkbar schlechtem Zeitpunkt

Kommentare