Therme Erding 

Zwei Jahre nach tragischem Flugzeugabsturz: Tod des Thermenkönigs rekonstruiert

+
Tod des Gründers der Therme Erding Josef Wund

Zwei Jahren nach dem tragischen Flugzeugabsturz, bei dem der Gründer der Therme Erding, Josef Wund, starb, wurde nun der Bericht zu dem Unglück vorgelegt. 

  • Vor zwei Jahren starb Josef Wund bei einem Flugzeugabsturz.
  • Der Tod des Therme-Erding.Gründers sorgte für große Bestürzung.
  • Nun wurde ein Bericht zur Unglücks-Ursache veröffentlicht.

Erding – Der Abend des 14. Dezember 2017 war nass und kalt. Über Süddeutschland ging Schneeregen nieder. Nach einem geschäftlichen Termin im Raum Frankfurt wollte Josef Wund, „Vater“ mehrerer Thermen, darunter der in Erding, nach Hause. Der Familiensitz befindet sich am Bodensee. Um 17.43 Uhr hob die Cessna C510 Mustang vom Flugplatz Egelsbach bei Offenbach ab.

Im Cockpit saßen der 45 Jahre alte Pilot und der vier Jahre ältere Co-Pilot, beide aus Österreich. In Linz war die Cessna (Baujahr 2007) mit sechs Sitzen zugelassen. 31 Minuten später waren beide tot – ebenso Josef Wund, drei Tage nach seinem 79. Geburtstag. Er war der einzige Passagier an Bord.

Gründer der Therme Erding: Flug bei Regen und Schnee

Die Maschine in der der Gründer der Therme Erding saß war gegen 18.15 Uhr bei Waldburg (Kreis Ravensburg) in ein Waldgebiet gestürzt und in Flammen aufgegangen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig geht davon aus, dass die beiden Piloten beim Eindrehen für den Anflug auf den Flugplatz Friedrichshafen die Kontrolle über die Cessna verloren hatten.

Es war der erste Absturz dieses Flugzeugtyps. Zwischen 2006 und 2017 wurden 471 Stück gebaut. „Beigetragen hat wahrscheinlich das frontale Wettergeschehen mit leichter bis mäßiger Turbulenz, Schneefall und Vereisung“, heißt es in dem unserer Zeitung vorliegenden Abschlussbericht. Die Maschine verfügte jedoch über Maßnahmen zur Enteisung.

Wie es zu demKontrollverlust kommen konnte, ließ sich aufgrund fehlender Informationen über die Ereignisse an Bord nicht ermitteln. Die Cessna verfügte typbedingt weder über einen Flugdatenschreiber („Black Box“) noch über einen Cockpit-Voice-Recorder. Sie war regelmäßig gewartet und galt zum Startzeitpunkt als störungsfrei. Der von der Flugsicherung erfasste Verlauf und der aufgezeichnete Funkverkehr ergaben laut BFU keinerlei Hinweise auf ein Problem in der Maschine oder ungewöhnliches Verhalten im Cockpit. Der Flug dürfte „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ vollständig vom Autopiloten übernommen worden sein.

Vor zwei Jahren berichteten wird über den Flugzeugabsturz, bei dem Josef Wund starb. Hier können Sie sich nochmal das Video ansehen.

Flugzeugabsturz des Thermenkönigs: Plötzlich starker Sinkflug

Ein Radarlotse sagte aus, dass die Cessna die Anflug-Grundlinie leicht überflogen und dann stark zu sinken begonnen habe. Es sei ihm zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gelungen, die Besatzung zu erreichen. 30 Sekunden später kam es zur Tragödie. Zeugen sahen und hörten nahe Waldburg eine Maschine im Tiefflug. Sekunden später bemerkte ein weiterer Zeuge einen heftigen Feuerball. Gegen 18.15 Uhr hatte die Cessna in einem Waldgebiet westlich der Gemeinde Waldburg eine erste Hindernisberührung. Anschließend flog sie laut BFU „mit hoher Geschwindigkeit in einem flachen Winkel in ein zweites, etwa ein Kilometer entferntes Waldstück, in dem sie zerschellte und in Flammen aufging.

Bei Todes-Flug des Thermenkönigs: Piloten wollten Maschine noch abfangen

Die Piloten müssen alles daran gesetzt haben, die Cessna wieder unter Kontrolle zu bringen. Darauf lassen die erste Hindernisberührung und der flache Sinkflugwinkel schließen. Vermutlich, so die BFU, versuchten die Piloten, ihren Flieger noch abzufangen, die Höhe über Grund reichte aber wohl nicht mehr aus. „Es ist wahrscheinlich, dass es beim Versuch, bei Schneefall und in Dunkelheit die Anflug-Grundlinie wieder zu erreichen, zu einem Steuerfehler möglicherweise aufgrund einer räumlichen Desorientierung des Piloten gekommen ist“, schreibt die BFU. Möglich sei auch, dass es zu Missverständnissen unter den Piloten oder bei der Bedienung des Autopiloten beim Aktivieren des Anflugverfahrens gekommen ist.

Vor allem der Pilot galt als sehr erfahren

Vor allem der Pilot galt als sehr erfahren, allein am Steuer der Unglücksmaschine konnte er 2000 Flugstunden vorweisen. Der Co-Pilot hatte eine Gesamtflugerfahrung von 800 Stunden, davon 140 im Typ Cessna C510 Mustang. Der Tod des Thermen-Vaters Wund sorgte auch in Erding für tiefe Bestürzung. Mittlerweile hat sein Sohn Jörg die Geschäfte übernommen.

Auch interessant

Meistgelesen

Gewaltiger Föhnsturm: Zugspitze eröffnet Wintersaison trotz Orkan - Bahnchaos und Verwüstung
Gewaltiger Föhnsturm: Zugspitze eröffnet Wintersaison trotz Orkan - Bahnchaos und Verwüstung
15-Jähriger aus Bayern entgeht knapp dem Tod - seine Krankheit halten viele für harmlos
15-Jähriger aus Bayern entgeht knapp dem Tod - seine Krankheit halten viele für harmlos
Döner darf jetzt nicht mehr Döner heißen: Reinheitsgebot ärgert Kebab-Verkäufer - „Schikane“
Döner darf jetzt nicht mehr Döner heißen: Reinheitsgebot ärgert Kebab-Verkäufer - „Schikane“
Flughafen München: Pläne für Expresszug begraben - Politiker wütend
Flughafen München: Pläne für Expresszug begraben - Politiker wütend