1. tz
  2. München
  3. Region

Tierdrama in Oberbayern: 12 000 Fische jämmerlich erstickt - „Da bricht erstmal eine Welt zusammen“

Erstellt:

Von: Silke Reinbold-Jandretzki

Kommentare

Tote Fische, so weit das Auge reicht: die Kadaver in einem der Großweiler Teiche .
Tote Fische, so weit das Auge reicht: die Kadaver in einem der Großweiler Teiche. © Polizei

In zwei Teichen der „Loisachtal Forellenzucht“ sind ein Großteil der Fische jämmerlich erstickt. Der Grund: Kinder haben wohl den Wasserzulauf blockiert.

Großweil - „Furchtbar“, sagt Großweils Bürgermeister Frank Bauer (Freie Wählergemeinschaft) zu dem Bild, das sich ihm an den Teichen bot. „Die zwei Weiher waren völlig weiß.“ Weiß von den Kadavern der jungen Forellen und speisefertigen Saiblinge, die an der Oberfläche schwammen. Der Besitzer des Familienbetriebs in Michael Thalmayer wirkt emotional betroffen. Er habe „viel Arbeit und Herzblut“ in die Zucht investiert. „Da bricht erst mal eine Welt zusammen.“

Tierdrame in Oberbayern: Sind Kinder Schuld am Tod der 12 000 Fische?

Bei dem Drama handelt es sich vermutlich um die Folge eines für die Fische tödlichen Kinderspiels. In einer vielleicht 40, 50 Meter von den Teichen entfernten, freiliegenden Hochwasser-Überlaufrinne, über die frisches Wasser und damit Sauerstoff in mehrere Fischweiher gelangt, hatten Unbekannte im Zeitraum von Sonntag auf Montag einen verhängnisvollen Staudamm aufgetürmt: unten jede Menge Steine, darüber Grasschnitt. Material, das den Zulauf praktisch blockierte – das Wasser nahm einen anderen Weg.

Eine Sachbearbeiterin der Murnauer Polizei befürchtet, dass Kinder die Barriere errichtet haben. Für die Polizei-Theorie spricht auch eine Begegnung, die Thalmayer etwa vor zwei Wochen hatte. Er bemerkte Kinder nach eigenen Angaben beim Staumauer-Bauen, erklärte ihnen die möglichen schlimmen Folgen und beseitigte das Material. Offenbar hielt sich das Verständnis jedoch in Grenzen: „Später war der Staudamm wieder da.“

Oberbürgermeister geht nicht von „böswilliger Sache“ aus

Bürgermeister Bauer betont, er könne sich „nicht vorstellen, dass Kinder absichtlich“ dafür sorgten, dass die Fische erstickten. „Ich gehe davon aus, dass sie einfach gespielt haben und glaube nicht, dass das eine böswillige Sache war.“ Dennoch ist der Schaden für Thalmayer enorm. Er hofft nun, dass sie die Verursacher bei der Polizei melden und der witschaftliche Schaden von rund 15 000 über eine Versicherung ausgeglichen werden kann. Auch eventuelle Zeugen mögen für Hinweise die Inspektion kontaktieren (Telefon 0 88 41/6 17 60).

Auch interessant

Kommentare