Belohnung ausgeschrieben

Tierhasser quälen Katze Jessica zu Tode

Grausam getötet: Die elf Monate alte Katze Jessica wurde brutal misshandelt.

Moosburg/Türkenfeld – In zwei Landkreisen sind Tierhasser unterwegs – sie quälen Vierbeiner auf besonders grausame Weise zu Tode. Die Fälle von Katze Jessica und Hündin Kira übertreffen jedoch alles bisher dagewesene:

Joseph Popp ist erschüttert. Er ist Vorsitzender des Freisinger Tierschutzvereins und hat schon viele schlimme Geschichten gehört. Doch gestern hat es ihm die Sprache verschlagen. „So etwas Grausames ist in Freising noch nicht passiert“, sagt er. Es ist ein bestialischer Fall von Tierquälerei, der sich vergangenen Donnerstag in Volkmannsdorferau bei Moosburg (Kreis Freising) ereignet hat. Eine elf Monate alte Katze wurde brutal misshandelt und getötet. Ein Unbekannter hat dem Tier einen Stock in den After gerammt und ihre Innereien zerfetzt.

Es gibt noch keine Hinweise auf den Täter. Die Katze Jessica hatte dem Pensionär Siegfried Kroll gehört – er vermutet, dass es jemand aus der Nachbarschaft war. Seine Jessica war nur dort unterwegs, sagt er. Seine Lebengefährtin fand die Katze in einem Straßengraben. Sie wurde nicht einfach dort hingeworfen. „Sie hat wie drapiert ausgesehen“, sagt Kroll.

Jessica war auf ihre Besitzer bezogen und anderen gegenüber sehr scheu. Sie mied Autos, weil sie das Geräusch der Motoren nicht mochte, deshalb hatte Siegfried Kroll nie Angst, dass sie überfahren werden könnte. Er ist geschockt, was man seiner Jessica angetan hat – und hat Anzeige erstattet. Auch Joseph Popp hat Anzeige beim Veterinäramt erstattet und die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. angeschrieben. Sie hat 500 Euro für Hinweise auf den Täter versprochen.

Auch im Landkreis Fürstenfeldbruck ist seit Monaten ein Tierhasser unterwegs. Anfang des Jahres legte er rund um Germering Giftköder aus, viele Tiere fraßen die Klumpen und durchlitten Höllenqualen, ein Hund starb im Januar. Aus dem Kreis Starnberg wurden zwei ähnliche Fälle gemeldet, der Hundehasser schlug immer wieder zu. Vergangene Woche hat er in Türkenfeld mit seinen Giftködern die Mischlingshündin Kira getötet.

Sie war ihrer Familie vor kurzem beim Gassigehen weggelaufen, am nächsten Tag ging es ihr sehr schlecht. „Sie hat nichts mehr angerührt und mehrfach heftig erbrochen“, berichtet ihre Besitzerin. Ein Tierarzt stellte nichts Auffälliges fest, gab Kira nur eine Spritze gegen die Übelkeit. Doch noch am selben Tag knickten dem Bordercolli-Schäferhund-Mischling beim Spielen die Beine weg. Ihre Familie fuhr mit ihr in eine Tierklinik.

Als sie ankamen, war Kira bereits ohnmächtig, ihr Maul war mit Schleim und Schaum verschmiert. „Am Ende hatte sie Kammerflimmern“, sagt die Tierärztin Nina Langenbeck. Kurz darauf starb die Hündin. Langenbeck ist entsetzt: „Ich behandle viele Vergiftungen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt sie. „Das war jenseits von Gut und Böse.“

Auch in Fürstenfeldbruck sucht die Polizei intensiv nach dem Täter. Tierschützer haben eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise ausgesetzt. 

tp/mu

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