Tierhasser tritt Hund: Milzriss

Wer kann diesen Hund nur so schwer verletzen? Patientin Luna mit Besitzer Crapanzano und Sohn Fabio.

Eching - Weil Terrier-Dame Luna beim Gassi-Gehen ihr „kleines Geschäft“ verrichtete, rastete ein Hundehasser aus: Er trat das Tier so heftig, dass es in die Klinik musste. Der Besitzer ist schockiert.

„Wir sind alle vollkommen fertig.“ Mario Crapanzano, 37, aus Eching im Kreis Freising schüttelt den Kopf und kniet sich nieder zu dem Körbchen, in dem sein Jack-Russell-Terrier daliegt wie ein Häuflein Elend. Luna ist von einem Hundehasser zusammengetreten worden. Der Grund: Sie hat ihr „kleines Geschäft“ verrichtet, so meldet es die Polizei.

Was den 40-jährigen Echinger geritten hat, als er den kleinen Hund mit einem Bauchtritt schwer verletzt hat, ist unklar. Fest steht: Der Mann wohnt in derselben Siedlung wie die Familie Crapanzano. Hier kennt man sich. Und die lebhafte Luna mögen alle. Eigentlich.

Montagnachmittag, 14 Uhr: Mario Crapanzano, seit zehn Jahren Fußball-Jugendtrainer beim TSV Eching, war in der Arbeit in München, seine Ehefrau Andrea machte mit den Kindern Emilia (8) und Fabio (6) Hausaufgaben. Das Gassigehen mit dem Terrier übernahm deshalb, wie so oft, Andreas’ Vater Johannes Reinl (64). Die beiden waren schon auf dem Rückweg und fast daheim, als Luna bieselte. Ein Autofahrer hielt an, stieg aus und stellte Reinl zur Rede. „Er behauptete, die Luna hätte ihr großes Geschäft gemacht“, berichtet Mario Crapanzano, „und mein Schwiegervater solle den Hund sofort anleinen.“ Laut Polizeibericht gerieten die Männer „in eine heftige verbale Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 40-Jährige der Terrierhündin mit dem Fuß in den Bauch trat“.

Laut Crapanzano war der Tritt so kräftig, „dass es die Luna überschlug und sie wie leblos liegenblieb. Man hörte nur noch ein paar jämmerliche Quietscher“. Während der Täter ins Auto stieg und wegfuhr – er wohnt laut Crapanzano nur hundert Meter weiter – wurde Luna in eine Tierklinik gebracht. Röntgenaufnahmen zeigten einen Milzriss. Die Hundedame konnte gestern zwar entlassen werden. Über den Berg ist sie aber noch nicht. Man versucht, die Blutungen mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Sonst muss die Hundedame operiert werden. Offenbar ist auch die Leber verletzt: „Luna geht’s schlecht. Sie liegt nur da.“ Die Kinder sind „völlig geschockt“. Vor allem Emilia kann die Brutalität nicht verstehen.

Der Täter wird sich laut Polizei wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz verantworten müssen.

Hemut Hobmaier

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