Tödliche Köder ausgelegt

Tierhasser vergiftet Hündin Billy

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Alles wieder gut: Mark und die Hündin Billy lieben sich sehr.

München - Ein psychopathischer Tierhasser legt immer wieder tödliche Giftköder an beliebten Gassistrecken in Germering und Gauting aus. Beinahe hätte es auch Hündin Billy erwischt.

Der Köder muss verführerisch geduftet haben. Jagdhündin Billy (10) ist nämlich eine wählerische Diva und frisst noch längst nicht alles. Nur eine halbe Stunde nach der heimlichen Mahlzeit ging es dem Tier so schlecht, dass Familie H. aus Gauting bereits das Schlimmste fürchtete. Billy ist das jüngste Opfer eines psychopathischen Tierhassers, der seit Januar im Bereich Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) und Gauting (Kreis Starnberg) immer wieder entlang beliebter Gassistrecken und nun mitten in einem kinderreichen Wohngebiet tödliche Giftköder auslegt. In den ersten vier Fällen handelte es sich um mit Schneckenkorn vergiftetes Hackfleisch. Ein Hund ist bereits gestorben, vier weitere überlebten knapp. Und nun hätte es beinahe Billy erwischt.

Blau und tödlich: Mit Schneckenkorn versetztes Hackfleisch wurde sichergestellt.

Es war am Samstag, 2. Februar, mittags um 12 Uhr schräg gegenüber des Hauses der Familie H. in der Gautinger Ringstraße. Dort leben Klaus (48) und Alexandra H. (44) mit ihren Kindern Mark (6), Niko (14) und Lukas (15) und ihren Tieren: den Hunden Billy (10) und Bismarck (6) sowie den Katzen Mio und Noffi. Mutter Alexandra H. arbeitete früher als Assistentin in der Starnberger Tierklinik und engagiert sich aktiv für den Tierschutz in Sardinien (www.respekTiere.com). Auch Billy war ein Notfall: „Mein Mann hat sie vor zehn Jahren in der Nähe von Rom halbtot aus einer Mülltonne gefischt.“ An jenem Samstag spielte Mark mit einigen Nachbarskindern draußen. Auch Billy war dabei, an der Leine: „Die Kinder haben gesehen, dass Billy etwas Rundes, Fleischfarbenes fraß, das auf dem Gehsteig vor der Mauer lag. Doch sie haben sich nichts dabei gedacht.“ Eine halbe Stunde später musste sich Billy heftig erbrechen: „Sie hat zehn Minuten am Stück gewürgt und gekeucht. Es war fürchterlich.“ Die Kinder weinten bittere Tränen: „Sie dachten, sie wären Schuld.“

In der Starnberger Tierklinik stellten die Ärzte fest, dass Billy schwere Verätzungen im Bereich der Speiseröhre und des Magens erlitten hatte: „Da muss etwas Ätzendes oder eine Säure in dem Köder gewesen sein.“ Alle paar Stunden musste die Hündin in den folgenden Tagen Medikamente und Antibiotika schlucken und Diät mit Hüttenkäse und Reis halten. Jetzt geht es ihr wieder gut. Und auch Mark und seine Freunde lachen wieder.

Die Germeringer Polizei bittet alle Bürger um Aufmerksamkeit: „Wir denken, dass der Täter im Bereich Germering/Gauting lebt. Er könnte zu Fuß oder auch auf dem Fahrrad unterwegs sein“, meint der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Germering, Andreas Ruch. Mal ganz abgesehen davon, dass viele Tiere (Katzen, Hunde, Füchse, Raubvögel, Elstern, Krähen, etc.) einen qualvollen Tod sterben können, machen sich Polizei und Eltern Sorgen um die Kinder. Ruch: „Nicht auszudenken, wenn ein kleines Kind so etwas findet und isst. Da sind wir dann im Bereich eines Verbrechens wie gefährliche Körperverletzung oder gar eines versuchten Tötungsdeliktes.“

Das fürchten auch 24 Bürger aus Gauting, die 1000 Euro gesammelt haben und diese Summe kürzlich der Polizei übergaben – die Belohnung für den entscheidenden Hinweis auf den unheimlichen Hundehasser.

Dorita Plange

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