Gerüchte in Grafrath

Kurioser Baustopp: Tierkot verzögert Errichtung eines Supermarkts - war es Sabotage?

Sabotage beim geplanten Bau des Supermarktes: Dieses Gerücht geistert derzeit durch Grafrath. Angeblich soll jemand Fledermauskot platziert haben, um einen Baustopp zu erzwingen.

Grafrath – Tatsächlich sollten die Abrissarbeiten längst im Gange sein. Zuletzt stockte die Baustelle jedoch. Bislang wurden nur die einstöckigen Anbauten abgerissen, während das große Hauptgebäude noch steht. Wie Bürgermeister Markus Kennereknecht (parteifrei) auf Nachfrage bestätigte, wurden beim Abriss Hinterlassenschaften von Fledermäusen gefunden.

Die Gemeinde sei mit den Vorfällen zwar nicht unmittelbar befasst. Den Vorwurf, dass der Kot absichtlich platziert worden sei, um einen Baustopp zu erzwingen, wollte der Rathauschef deshalb auch nicht kommentieren. Die Gerüchte um die absichtliche Platzierung des Fledermauskots drangen indessen auch zum Gemeinderat vor. In der jüngsten Sitzung äußerten einige Räte lautstark ihren Unmut darüber.

Wohl keine Fledermäuse im Gebäude

In jedem Fall bedeutete der Kot-Fund erst einmal einen Baustopp. Der Verdacht, der im Raum stand: Es handelt sich um seltene Tiere, die in das Gebäude zurückkehren könnten. Mittlerweile wurde in Absprache mit der Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern ein Gutachten in Auftrag gegeben. „Nach aktuellem Stand sieht es so aus, als ob keine Fledermäuse da sind und der Kot schon älter ist“, sagt Kennerknecht.

Wie es weitergeht, wird sich laut Rathauschef wohl in den nächsten Tagen entscheiden. Kennerknecht ist aber zuversichtlich, dass der Abriss nicht gefährdet ist. Fledermäuse seien mittlerweile bereits an anderen Stellen im Landkreis gesichtet worden, in Grafrath aber nicht. „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass sie nicht mehr wieder kommen.“

Gemeinde-Archiv soll umziehen

Das würde auch der Gemeinde entgegen kommen. Sie will auf dem benachbarten Weinberger-Grundstück ihr Archiv errichten. Das ist bislang in der Schule untergebracht, muss nun aber der neuen Ganztagsschule weichen. Sedlmeier hatte das Grundstück zuletzt von der Scherbaum AG zurück erworben, die ebenfalls mal als Investor im Raum stand. Vertraglich sei der Archivumzug zwar noch nicht festgeschrieben. Kennerknecht ist aber guter Dinge, dass alles klappt.

Der Gemeinderat beriet indessen nichtöffentlich über einen Antrag, der den Übergang der Vorhabensträgerschaft von Sedlmeiers Baufirma auf die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe übergeht. „Am Vorhaben selbst wird sich deshalb nichts ändern“, sagt Kennerknecht. Die Firma Feneberg soll den Markt weiterhin als Pächter betreiben. Sedlmeier stelle mit der Übergabe an den Verein nur seine Nachfolge sicher. 

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Andreas Daschner

Rubriklistenbild: © dpa / Stefan Thomas

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