Halter in Angst

Tierquäler schießt mit Luftgewehr mitten im Wohngebiet auf alten Kater

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Auf Bäume klettert der 20 Jahre alte Kater „Maxl“ mittlerweile nicht mehr. Im Garten liegend, wurde er am Dienstag angeschossen.

Ein Fall von Tierquälerei sorgt derzeit in Wackersberg für Entsetzen. Dort wurde am Dienstag im Bereich „Am Steinbach“ ein alter Kater angeschossen. Mitten im Ort.

Wackersberg– Bei dem Tier handelt es sich um den 20 Jahre alten „Maxl“. Er sei schon fast taub, sehe nur noch schlecht und liege tagsüber im Garten unter Büschen und Sträuchern, berichtet seine Besitzerin, die anonym bleiben möchte: „Er war also ein leichtes Opfer.“

Auf dem Röntgenbild sieht man das Projektil. 

Die Tat passierte am Dienstag im Laufe des Tages, als die Besitzerfamilie nicht zu Hause war. Abends fiel ihnen auf, dass etwas mit „Maxl“ nicht stimmte: „Er konnte nicht mehr aufstehen und laufen und wehrte sich, als wir ihn hochnahmen.“ Die Familie vermutete zuerst, der Kater habe sich das Bein gebrochen. Weil vor Ort kein Tierarzt mehr im Dienst war, fuhren sie in die Tierklinik nach Oberhaching. Dort wurde „Maxl“ gleich geröntgt. Das Ergebnis war erschütternd: „Die Tierärztin kam zu uns und sagte, man habe in seinem Bein ein gut erkennbares Projektil entdeckt, das man vermutlich einem Luftgewehr zuordnen kann.“

Der Gesundheitszustand des Katers war besorgniserregend schlecht. Vermutlich lag „Maxl“ stundenlang schwer verletzt im Garten und konnte weder fressen noch trinken. Deshalb und auch aufgrund des hohen Alters rieten die Ärzte von einer OP ab. „Eine Narkose hätte für ihn tödlich sein können“, sagt die Besitzerin. Mit Infusionen und Medikamenten wird versucht, „Maxl“ wieder aufzupeppeln. Die Familie durfte ihn am Mittwoch mit nach Hause nehmen. „Heute sieht es schon besser aus“, sagte seine Besitzerin am Donnerstag.

Die Familie, die erst seit einigen Monaten in Wackersberg lebt, ist schockiert. Der Gedanke, dass jemand aus der Nähe mit einem Luftgewehr auf Tiere schieße, sei „furchtbar“. Die Familie hat noch einen weiteren Kater, den sie derzeit aber nicht ins Freie lässt.

„Unsere Nachbarn haben so etwas auch noch nie erlebt und sind ebenfalls entsetzt“, sagt die Tierbesitzerin. Auch in der Nachbarschaft gebe es Katzen. „Ich kann ja verstehen, wenn sie jemand nicht mag und vertreibt. Aber mit einer Waffe zu hantieren, ist schrecklich.“ Auch der Gedanke, dass sich eventuell Jugendliche beim „Spielen“ den Kater als Ziel ausgesucht hätten, lässt die Wackersbergerin erschaudern.

Wer am Dienstag etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden, Telefon 0 80 41/ 76 10 60.

Solche Tierquälerei ist kein Einzelfall. Im Vorjahr wurde in Bayrischzell ein kleiner Hund von einem großen Hund fast tot gequält - unter den Augen der Halterin. Erst nach unserer Berichterstattung konnte der Hund gerettet und eingeschläfert werden. Die Halterin juckte das wenig. Sie kaufte sich einfach einen neuen Hund.

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