Wer tut sowas?

Tierquäler werfen diesen kleinen Igel in Wassertopf

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Der kleine Igel hatte Glück: Er wurde in letzter Minute gerettet.

Grafing - Es kratzte leise. Immerzu. Es kam von draußen. Doch wo genau? Die Mitarbeiter des Supermarktes in der Leonhardstraße in Grafing suchten nach der Ursache. Was sie entdeckten, war grausig.

Es war 7 Uhr morgens. In einem der großen Blumentöpfe vor dem Geschäft saß sie, die Ursache. Ein kleiner Igel, völlig erschöpft und durchnässt. Er versuchte sich aus der Riesenschüssel, in der ihm das Regenwasser bis zum Hals stand, zu befreien. Er muss die ganze Nacht gekämpft haben.

„Er kann da nicht alleine hineingekommen sein“, sagt Silvia Thanhofer, 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins Ebersberg. Sie ist sich sicher: Der kleine Igel wurde dort entsorgt, jemand hat ihn in den Topf geworfen. „Was sind das für Menschen, die an solch einer Tierquälerei Spaß haben?“ Das fragt sich Thanhofer, seitdem sie das kleine Tier im Supermarkt abgeholt und zu sich genommen hat.

„Ich habe gedacht, er schafft es nicht“, sagt Thanhofer. Der Igel war unterkühlt und noch recht klein. 300 Gramm. Um den Winter zu überleben, müssen die Tiere mindestens 500 Gramm wiegen. Kein Einzelfall, sagt Thanhofer. „Heuer war ein schlechtes Igeljahr“, sagt sie. Zu viel Regen, zu wenig Futter. Noch immer liefen viele Igel herum, suchten etwas zum sich dick fressen. Eigentlich sollten die Tiere langsam schlafen, sagt Thanhofer.

Mit Wärmflaschen, Katzennassfutter und Fachwissen versuchte Thanhofer dem kleinen Igel vom Supermarkt wieder auf die Beine zu helfen. „Ja, Igel sind Fleischfresser“, sagt Thanhofer. Die Tierliebhaberin kennt sich aus: Jedes Jahr hilft sie Igel beim Überwintern. Insgesamt waren es knapp über 100 Stück. Und wieder hat sie einen gerettet. Der kleine Igel vom Supermarkt schafft es wohl doch. Er ist ein echter Kämpfer.

Thanhofer hat ihn zu einer Bekannten gebracht. Dort soll er zusammen mit anderen Igeln in einem frostfreien Schuppen überwintern. „Er hat dort eine eigene Kiste mit einem warmen Häuschen. „Wenn er sich das nötige Gewicht angefressen hat, wird er sich zurückziehen und schlafen“, sagt Thanhofer. Und wenn er im Frühjahr wieder aufwacht, will ihn Thanhofer in der Nähe seines Fundorts wieder freilassen.

Zum Glück: Die Geschichte scheint ein „Happy End“ zu haben. Doch wegen der Igelquäler kann Thanhofer nur den Kopf schütteln.

Carolin Nuscheler

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