Auf der Social-Media-Plattform TikTok

Spektakuläres Video macht Benedikt (19) zum Internet-Star: „Da bin ich halt vom Balkon gesprungen“

Benedikt F. aus Ottobrunn bei München ist über Nacht berühmt geworden. Für ein TikTok-Video, auf dem er vom Balkon seiner Eltern springt, bekam der 19-Jährige 18 Millionen Klicks.

Ottobrunn - Es war bei weitem nicht sein spektakulärster Sprung. Dennoch machte er Benedikt F. quasi über Nacht zum Internet-Star. Der 19-Jährige, der bei seinen Eltern in Ottobrunn bei München lebt, hatte vor rund zwei Wochen ein Video auf den Social-Media-Plattformen TikTok und Instagram hochgeladen. In dem kurzen Clip, den ein Freund mit der Kamera festgehalten hat, springt Benedikt in Badehose vom Balkon seiner Eltern auf ein schneebedecktes Trampolin. 18 Millionen Aufrufe hat das Video mittlerweile - alleine auf TikTok.

Ottobrunn: Benedikt betreibt „Flipping“ - Sprünge von Klippen und Gebäuden auf Video festgehalten

Benedikt betreibt das sogenannte „Flipping“. So nennen es die Leute, die professionell von Gebäuden, Brücken, Klippen oder sonstigem springen und ihre teils spektakulären Stunts auf Video festhalten. Seit rund viereinhalb Jahren ist Benedikt im Verein „Free Arts of Movement“ (FAM) aktiv, in dem er abseits der Corona-Pandemie drei bis vier mal pro Woche trainiert und mittlerweile auch gelegentlich als Trainer jobbt. Seit zwei Jahren zusätzlich noch in einem weiteren Sprungverein in München-Neuperlach. „Ich bin vor vier Jahren in eine neue Klasse gekommen, die neuen Freunde haben mich dahin mitgenommen und seitdem mach ich das“, so Benedikt im Gespräch mit Merkur.de*.

Benedikt springt vom Balkon seiner Eltern in Ottobrunn - und 18 Millionen TikTok-User schauen zu

Schnell fing er an, auch Videos seiner Sprünge aufzunehmen und im Internet hochzuladen. „Früher hab ich Minecraft-Videos im Internet hochgeladen, also ich hatte schon Erfahrung mit sowas. Jetzt lade ich halt Flipper-Clips hoch.“ Das Training ist sehr frei, erzählt der 19-Jährige. Man probiere sich einfach aus, und wenn man Fragen habe, stünden Trainer bereit. Grundsätzlich sei „Flipping“ aber ein autodidaktischer Sport. „Man schaut immer, was man sich zutraut und das übt man dann, bis es klappt.“

Die Idee zu dem Balkon-Sprung, der ihn nun über die Grenzen Münchens hinaus bekannt machte, hatte er, als es in Ottobrunn das erste Mal heftig geschneit hatte. „Ich dachte, das würde ganz cool aussehen, wenn ich da einen Twist (Drehung Anm.d.Red.) runter mache und der Schnee dann aufwirbelt“, so Benedikt, „da bin ich dann einfach vom Balkon gesprungen.“ Er sei schon öfter von Klippen gesprungen, die deutlich höher waren, weshalb er sich das locker zutraute. „Doch der 19-Jährige verschätzte sich mit der Höhe des Balkons. „Für einen Twist hat es dann doch nicht gereicht, deshalb bin ich am Ende erstmal auf dem Bauch gelandet. Der Sprung ist also eigentlich schiefgegangen“, so Benedikt. Auf einem weiteren Video, bei dem der 19-Jährige vom Balkon springt, muss er sich sogar am Trampolinpfosten festhalten, damit er nicht runterfällt. „Almost died at this one“ („Bei diesem wäre ich fast gestorben“) hat er dazu geschrieben.

„Da bin ich halt vom Balkon gesprungen“: Benedikt aus Ottobrunn wird durch TikTok-Clip berühmt

Hochgeladen hat er ihn trotzdem. Zunächst teilte er das Video mit seiner TikTok-Community, wo ihm zu diesem Zeitpunkt rund 15.000 Menschen folgten. „Ich hab dann gleich gemerkt, dass das total abgeht. Nach ein paar Stunden hatte ich 500.000 Klicks. Ich dachte dann, ich warte noch die Million ab aber am nächsten Morgen waren es schon 6 Millionen.“ Mittlerweile hat Benedikts Balkon-Sprung 18 Millionen Klicks auf TikTok und rund eine Million Klicks auf Instagram. Seine TikTok-Community ist auf 45.000 Follower angewachsen.

Für Benedikt, der in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen sein Abitur machen will, ist das Video ein Glücksgriff. „Ich hatte eh überlegt, das irgendwann mal professionell zu machen. Richtig gute Sprünge und hochqualitative Videos. Wenn ich dadurch jetzt noch bekannter werde, macht das den Start natürlich einfacher“, so der 19-Jährige. Die Flipping-Community sei zwar in den letzten Jahren stark gewachsen, erklärt er im Gespräch mit Merkur.de* weiter, doch gerade in Deutschland gebe es kaum professionelle Springer. Das wolle er ändern.

Ottobrunn: Benedikt dank Balkon-Sprung jetzt bekannt - seine Mutter hat noch immer Herzklopfen

Mittlerweile schaffe er auch mal Vierfachsaltos, erzählt Benedikt. Im vergangenen Sommer sei er das erste Mal mit Freunden alleine im Urlaub gewesen, „zum Klippenspringen“, erklärt er. Zwei Wochen Stunts von der Küste ins Meer - einige der Clips sind auch auf seinen Social-Media-Plattformen zu bestaunen. Seine Eltern lassen ihrem Sohn das Hobby - doch so ganz ohne Sorgen geht es dann doch nicht. „Mein Vater ist da eigentlich ganz locker aber bei meiner Mutter weiß ich, dass sie jedesmal total Herzklopfen hat, wenn sie weiß, dass ich wieder irgendwo einen Sprung mache. Sie will da auch nie dabeisein“, so der 19-Jährige lachend. Im Nachhinein schaue sie sich die Sprünge aber immer auf Video an, „wenn sie dann weiß, dass nichts passiert ist“, und fände das dann doch auch „ganz cool“.

Benedikt aus Ottobrunn: Erst Abitur dann professionelles „Flipping“ - habe einige Pläne für den Sommer

Verletzt hat sich Benedikt bei einem seiner Sprünge tatsächlich noch nie. Nur beim Parcours-Laufen (Hindernis-Rennen über Gebäude etc., Anm. d. Red) habe er sich schon zweimal Bänder im Fuß gerissen. Auch davon gibt es Videos. „Das war halt richtig dumm von mir, weil ich mich da irgendwie überschätzt habe aber beim Flipping ist mir noch nie was passiert“. Im Grunde seien Flipping-Anhänger auch recht verantwortungsvoll. „Man fängt nicht mit dem Vierfachsalto an, sondern man macht immer so viel wie man sich zutraut und übt es dann, bis es klappt.“

Nun hofft der 19-Jährige, dass er bald wieder richtige Klippensprünge machen und vor allem auch ins Training zurückkehren kann. „Ich habe einige Pläne für den Sommer“, erklärt der 19-Jährige, der seiner neuen und immer weiter wachsenden Community natürlich auch was bieten möchte. Deshalb hoffe er, dass sich die Corona-Situation bald etwas lockert. Bis dahin bleiben ihm ja wenigstens die Sprünge vom Balkon seiner Eltern. (kah)

Rubriklistenbild: © benefilmt/tiktok

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