Toaster verschmort: Feueralarm auf Intensivstation

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Feueralarm auf Intensivstation im Kreiskrankenhaus Erding (Symbolbild).

Erding - Höchste Gefahr im Verzug war in der Nacht auf Samstag im Kreiskrankenhaus Erding. In einem Sozialraum der Intensivstation war gegen 1.30 Uhr ein Toaster durchgeschmort. Ein Brand drohte. Zwei Feuerwehren waren im Einsatz.

Wie segensreich Brandmeldeanlagen trotz ihres hohen Anteils an Fehlalarmierungen sein können, wurde in der Nacht auf Samstag auf der Intermediate Care Station, einer Übergangsabteilung im ersten Obergeschoss zwischen Intensiv- und Normalstation für Patienten mit besonderem Überwachungsbedarf, deutlich. In einem Pausenraum des Personals verschmorte ein Toaster.

Den beißenden Brandgeruch nahm nicht nur das Personal der Nachtschicht wahr, sondern auch zwei Brandmelder. Die laufen bei der Integrierten Leitstelle Erding auf. Ehe das Pflegepersonal den Notruf wählen konnte, hatte die Leistelle bereits die Feuerwehren Altenerding und Erding alarmiert, die mit knapp 50 Aktiven an die Bajuwarenstraße ausrückte.

Patienten waren nicht gefährdet

Altenerdings Kommandant Stephan Stanglmaier, der im ersten Löschfahrzeug saß, das an der Klinik eintraf, konnte rasch Entwarnung geben: Der brennende Toaster war mittlerweile erloschen, die Räume konnten über ein Fenster entlüftet werden. “Letztlich mussten wir hier nicht mehr eingreifen”, so Stanglmaier. Die Patienten seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen. Viele dürften die aufregenden Minuten gar nicht bemerkt haben.

Das Kreiskrankenhaus ist ein derart sensibles Objekt, dass auch beim kleinsten Alarm immer beide Feuerwehren alarmiert werden - und zwar mit mehren Löschfahrzeugen, Rüstwagen, einer Drehleiter und einem Teleskopgelenkmast.

Zweiter Einsatz ein technischer Fehler

Die Einsatzkräfte (v.l.): Christopher Nusko, Florian Mösl, Stephan Stanglmaier und Markus Irl von der Feuerwehr Altenerding mit dem corpus delicti.

Nur eineinhalb Stunden nach diesem Einsatz piepsten die Funkmeldeempfänger erneut. Ziel sollte erneut die Klinik sein. Der Notruf entpuppte sich aber rasch als Fehler in der Datenübertragung. Für die Feuerwehren wurde es dennoch eine lange Nacht. Die First Responder aus Erding wurden einmal zur Unterstützung des Rettungsdienstes angefordert. Die Feuerwehrsanitäter aus Altenerding gleich zweimal: einmal wegen eines Kollapses und einmal wegen einer Alkoholvergiftung, in dessen Verlauf der Patient Herzprobleme entwickelte. Stanglmaiers Kommentar: “Vier Einsätze in zwei Stunden, und das mitten in der Nacht - oft erleben wir das zum Glück nicht.”

Erst am Mittwoch waren die Wehren zu der Klinik ausgerückt. Eine zu Wartungszwecken geöffnete Fluchttür im Foyer hatte irrtümlicherweise die Brandmeldeanlage ausgelöst.

Hans Moritz

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