Immer mehr Details aus Privatleben

Todesdrama in Planegg: So waren Täter und Opfer

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3.10.07: Susi T. und Martin S. nach der Geburt von Cornelia

Planegg - Am Tag nach dem furchtbaren Todesdrama von Planegg werden immer mehr Details aus dem Privatleben von Täter Martin S. (38) und Opfer Susanne T. (37) bekannt.

Mehr zu den Hintergründen der Tat

Tod einer Frohnatur

Ein enger Freund von Susanne T. (37) konnte am Donnerstag immer noch nicht fassen, was passiert ist. „Die Susi, tot?“ Er hatte am Vorabend der schrecklichen Tat noch mit ihr telefoniert, vor einigen Wochen haben sie in Wolfratshausen noch gemeinsam einen 40. Geburtstag gefeiert. Jetzt lebt die junge Frau nicht mehr, hinterlässt ihre süße Tochter Cornelia (5).

Am Mittwoch ist sie von ihrer Wohnung in Wolfratshausen zur Arbeit nach Planegg gefahren, wo sie in einer Firma tätig ist, die Arztpraxen einrichtet. In der Mittagspause habe sie sich dann mit ihrem Ex getroffen, heißt es aus dem Umfeld ihrer Kollegen. Sie gingen in den kleinen Park hinter dem Geschäftshaus in der Georgenstraße, direkt an der Würm. Was dann passiert ist, darüber können auch die Beamten der Kripo nur spekulieren. Es muss aber zu einem heftigen Streit zwischen den beiden gekommen sein.

Beziehungsdrama in Planegg: Bilder vom Tatort

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Seit vier Wochen soll Susi T., die als sehr sportlich und fröhlich beschrieben wird, einen neuen Freund gehabt haben. Offenbar kam Martin S., von dem sie schon länger getrennt gewesen sein soll, nicht zurecht damit. Eifersucht? Angst, die gemeinsame Tochter nicht mehr zu sehen? Jedenfalls muss er seine Dienstwaffe gezückt haben. Das Obduktionsergebnis – sechs Schüsse in den Rücken – lässt darauf schließen, dass Susi T. vor ihrem Ex weglaufen wollte.

Ihr Bekannter ist fassungslos. „Das Kapitel mit ihrem Ex, so mein Eindruck, war für Susi abgeschlossen.“ Für Martin S. war es dies offenbar nicht. Er löschte ihr Leben einfach aus.

Im Job erfolgreich – privat verzweifelt

Die Kollegen von der Unterhachinger Polizei kennen Martin S. als freundlichen und besonnenen Menschen. Niemand weiß, was in Martin S. an dem Tag vor sich ging, als er beschloss, seine Ex-Freundin umzubringen.

„Es ist schrecklich für uns, dass ein Kollege so viel Leid verursacht hat und dass er offenbar keinen anderen Ausweg gesehen hat“, sagte am Donnerstag der neue Polizeipräsident Hubertus Andrä. Schon seit langem soll es zwischen den Ex-Partnern Spannungen und immer wieder Streit gegeben haben. Auch seine Karriere als Polizist litt darunter. Sein Studium in Fürstenfeldbruck musste er abbrechen, wie Polizeipräsident Andrä berichtete. Die psychische Belastung war für Martin S. zu groß. Er ließ sich wieder zurückversetzen an seine alte Dienststelle in Unterhaching. Er wollte seine privaten Schwierigkeiten klären. Unter seinen Kollegen war Martin S. als besonnender, ruhiger und freundlicher Polizist bekannt. Ein Erfolgs-Mensch, der als leistungsstarker Dienstgruppenleiter vorbildliche Arbeit leistete. Der privat aber offenbar vergeblich nach seinem persönlichen Glück mit einer gemeinsamen Familie suchte. Sein Motiv oder was das Fass für den Unterhachinger letztendlich zum Überlaufen gebracht hat, wird für immer ungewiss bleiben. Einen Abschiedsbrief hat der 38-Jährige nicht hinterlassen. „Die Betroffenheit unter den Kollegen ist groß, wir können es alle nicht fassen, was da passiert ist“, sagt Dienstellenleiter Stefan Schraut.

tz

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