Dünzelbach: Immer mehr Ungereimtheiten

Wie kam Mathias wirklich ums Leben?

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Es hat wie ein Bubenstreich begonnen und endete tödlich: Bei einer Schlägerei mit einem benachbarten Brüderpaar ist ein 32-jähriger Mann im Moorenweiser Ortsteil Dünzelbach gestorben.

Fürstenfeldbruck - Zunächst schien alles klar. Doch mehrere Tage nach der Tragödie von Dünzelbach im Kreis Fürstenfeldbruck gibt es einige Ungereimtheiten. Wie kam Mathias K. (32) wirklich ums Leben?

Zunächst schien alles klar. Ein junger Mann wirft aus unerfindlichen Gründen mitten in der Nacht Steine ans Fenster eines Hauses, dann kommt es zu einer Rangelei mit den Nachbarn – zweier Brüder – und plötzlich liegt der Steinewerfer tot vor dem Haus. Doch drei Tage nach der Tragödie von Dünzelbach im Kreis Fürstenfeldbruck gibt es einige Ungereimtheiten. Wie kam Mathias K. (32) in der Nacht aus Samstag wirklich ums Leben?

 

Bilder vom Tatort

Tödliche Schlägerei in Moorenweis

Dieses Bild zeigt Mathias K. vor wenigen Jahren

Die Staatsanwaltschaft München II sah keinen Grund, einen Haftbefehl für die Brüder (42 und 46) zu erwirken. Laut Oberstaatsanwältin Andrea Titz habe die Obduktion ergeben, dass ein Erstickungstod vorgelegen habe, vermutlich ausgelöst durch „Körpergewicht“. Es wird nicht von einem Vorsatz ausgegangen, ermittelt werde wegen fahrlässiger Tötung, auch Notwehr werde dabei in Betracht gezogen. Ob oder wie Alkohol oder Drogen im Spiel waren, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben, entsprechende Werte lägen noch nicht vor. Der Vorfall sei zwischen 23 und 24 Uhr am Freitag passiert.

Offenbar liegt auch eine Diskrepanz in der Wahrnehmung vor. Der ältere der Brüder, der auch Feuerwehrkommandant in Dünzelbach ist, sagte der tz, dass es bei der Auseinandersetzung „keine Tritte, keine Schläge“ gegeben habe. Am Montag berichtete ein Polizeisprecher von einem „sicher habe es Schläge und Tritte gegeben. Es war eine Rauferei, Da kommt so etwas vor.“

Der ältere Bruder beschrieb den angreifenden Nachbarn, der seinen jüngeren Bruder angegriffen habe, als wahren Hünen: 1,95 Meter groß, 110 Kilo schwer. Doch in Wahrheit, so die Hinterbliebenen, war Mathias K. keine 1,75 Meter groß, bei rund 75 Kilo. Wie kommt es zu einer solchen Abweichung, obwohl sich die Streithähne doch schon seit zwei Jahren immer wieder über den Weg laufen?

Es wurden weitere Zeugen des verhängnisvollen Kampfes vernommen. Anwohner haben wohl das Ende des Streits gesehen, als die Brüder auf Mathias K. lagen und ihm so die Luft abdrückten. „Völlig geklärt ist der Ablauf damit aber noch nicht“, sagte der Polizeisprecher.

Die Mutter des Toten musste am Montag bedrückende Dinge erledigen: Grab aussuchen, Beerdigung arrangieren. Bei der Kripo habe sie auch den Todeszeitpunkt ihres Sohnes erfahren: Mathias K. starb demnach am Samstag um 0.18 Uhr, Seine Schwester beschrieb ihn als „herzensguten, lieben Menschen“.

MC

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