Er tötete Hilfsbedürftige

Todespfleger von Ottobrunn: Urteil steht fest - Gericht entscheidet sich für Höchststrafe

Mord in Ottobrunn: Neue Erkenntnisse in Horror-Fall: Pfleger soll sechs Senioren tot gespritzt haben - und mehr
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Der verdächtige Hilfspfleger Grzegorz W. neben dem Grab seines letzten Opfers. Durch jenen Fall Fall des 87-jährigen Ottobrunners kam damals alles ins Rollen.

Der „Todespfleger von Ottobrunn“ ist verurteilt worden. Das Gericht wählte die Höchststrafe und stellte die besondere Schwere der Schuld für Grzegorz W. fest.

  • Der Hilfspfleger Grzegorz W. vom Landgericht München* I am Dienstag zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.
  • Drei Morde an Patienten sah das Gericht als erwiesen an.
  • Die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt.

München/Ottobrunn - Er sollte Pflegebedürftigen helfen. Stattdessen brachte er sie um! Wegen Mordes an drei Patienten ist ein Hilfspfleger vom Landgericht München I am Dienstag zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Gericht stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest.

Die Staatsanwaltschaft hatte Grzegorz W. vorgeworfen, er habe seinen pflegebedürftigen, alten Patienten an verschiedenen Tatorten in Deutschland Insulin gespritzt, das als Überdosis tödlich sein kann. Er soll über das Medikament verfügt haben, weil er – im Gegensatz zu seinen Opfern – Diabetiker ist. Der 38 Jahre alte Pole hatte eine Aussage vor Gericht verweigert, sich in seinem letzten Wort aber bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt und gesagt, er bereue seine Taten zutiefst: „Das, was ich getan habe, ist sehr brutal und bleibt brutal.“

In ihrem Plädoyer hatte die Staatsanwältin zuvor eindrücklich die Nöte der Familien geschildert, in die W. von polnischen Pflegeagenturen vermittelt worden war. Die Betroffenen hätten ihre Angehörigen nicht in ein Heim geben wollen, es aber ohne Hilfe von außen nicht mehr mit der Betreuung geschafft.

Grzegorz W./Todespfleger von Ottobrunn: Besondere Schwere der Schuld festgestellt

Doch W. sei von Anfang an missmutig und herrisch aufgetreten. Der Hilfspfleger habe seine Patienten beschimpft, die Alarmglocke nachts ausgeschaltet, um ungestört schlafen zu können. Seine Qualifikation: ein Crashkurs.

Bei den Familien sitzt das Trauma, ihn ins Haus gelassen und ihm die Eltern zur Pflege übergeben zu haben, bis heute tief.

Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren in der Praxis so gut wie ausgeschlossen. Danach greift die Sicherungsverwahrung. Ursprünglich waren sechs Mordfälle angeklagt, die Staatsanwaltschaft sah zum Schluss des Prozesses aber nur drei davon als erwiesen an. - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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