Das Todesrätsel vom Starnberger See

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Seeburg bei Allmannshausen: Die dort im Starnberger See verunglückte Münchnerin hat kaum Überlebenschancen.

Allmannshausen - Dorothee H. (29) ist am Samstagabend bei einem Tauchgang im Starnberger See gestorben. Die genaue Ursache für den Tod der erst seit knapp einem Jahr verheirateten Münchnerin soll eine Obduktion klären.

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Taucherin stirbt nach Unfall im See

Sie ist die Attraktion für Taucher im Starnberger See – die Steilwand bei Allmannshausen. Die „Kante“ wie sie genannt wird, verläuft parallel zum Ufer in Tiefen zwischen 20 und 80 Metern. Überhängende Bereiche, kleine Terrassen und Felsvorsprünge machen den Reiz der Steilwand aus – ein oft tödlicher Reiz. Allein seit 1994 fanden elf Taucher hier den Tod. Am Samstagabend schlug das Schicksal wieder zu: Dorothee H. (29) überlebte einen Tauchgang nicht. Die Apothekerin aus München konnte zunächst wiederbelebt werden, sie starb jedoch am Montag im Krankenhaus. Es ist am Samstag, als Dorothee H. mit sieben Kollegen an der Steilwand taucht. Ein erster Tauchgang am Nachmittag verläuft ohne Zwischenfälle. Am späten Abend, gegen 22 Uhr, gehen die Tauchsportler ein zweites Mal in die Tiefe. In zwei Gruppen sinken sie ins Wasser. In etwa zehn Metern Tiefe bekommt Dorothee H. Probleme. Sie signalisiert ihrem Begleiter (30), sie müsse auftauchen.

An der Wasseroberfläche sackt die junge Frau plötzlich zusammen, ihr Körper sinkt ab, verschwindet vor den Augen ihres Begleiters. Dieser reagiert sofort, taucht der Bewusstlosen nach. Er packt sie und zieht sie ans Ufer. Sofort wird Dorothee H. reanimiert.

Wenige Minuten später übernimmt der Notarzt die Versorgung, bringt die junge Frau ins Krankenhaus nach Großhadern. Hier kämpfen die Ärzte zwei Nächte um das Leben der Taucherin. Sie kämpfen vergebens. Dorothee H. stirbt am Montag. Die genaue Ursache für den Tod der erst seit knapp einem Jahr verheirateten Münchnerin soll eine Obduktion klären. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat indes die Tauchausrüstung der jungen Frau sichergestellt. Experten untersuchen derzeit, ob sie möglicherweise defekt war.

Die Steilwand bei Allmannshausen ist immer wieder Schauplatz tragischer Unfälle. Von den insgesamt zwölf tödlich verunglückten Tauchern in 17 Jahren sind zwei noch immer nicht geborgen. „Der Unglücksfall vom Samstag ist der erste tödliche seit vier Jahren“, bestätigte Andreas Ruch, Vizechef der Polizeiinspektion Starnberg auf Anfrage der tz. Etwa 95 Prozent aller Tauchgänge im Starnberger See werden nach Einschätzung von Tauchlehrer Lino von Gartzen an der Steilwand gemacht. „Die Kante stellt keine besondere Gefahr dar, eher die große Anzahl der Tauchgänge.“

J. Mell

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