Todesschütze bekommt keinen neuen Verteidiger

Der Todesschütze Rudolf U.

Dachau - Der Todesschütze von Dachau bekommt keinen neuen Verteidiger. Rudolf U. wollte seinen Pflichtverteidiger von dem Fall abberufen lassen. Mittlerweile wurde der 54-Jährige von einem psychiatrischen Sachverständigen untersucht.

In dem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Mordes an dem Staatsanwalt Tilman T. hat das Amtsgericht München mit Beschluss vom 7. März 2012 den Antrag auf Beiordnung eines neuen Pflichtverteidigers abgelehnt. Nach Ansicht des Gerichts sind keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten des bisherigen Pflichtverteidigers erkennbar.

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Dem Antrag, den Pflichtverteidiger Rechtsanwalt Wilfried Eysell durch Rechtsanwalts Maximilian Kaiser aus Landshut zu ersetzen, hat das für die Untersuchungshaft zuständige Amtsgericht München nicht entsprochen. Rechtsanwalt Kaiser erhob gegen den Pflichtverteidiger Eysell den Vorwurf, dieser habe unberechtigt Presseauskünfte in dem Verfahren erteilt. Rechtsanwalt Kaiser gab an, diesbezüglich gegen den in München ansässigen Pflichtverteidiger bei der Staatsanwaltschaft Regensburg eine Strafanzeige erstattet zu haben.

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Das Amtsgericht München stellte jetzt fest, dass ein Grund für eine Entpflichtung von Rechtsanwalt Eysell nicht gegeben ist. Weder liege ein Fehlverhalten des Pflichtverteidigers vor, noch sei eine nachhaltige Störung des Vertrauensverhältnisses zwischen Beschuldigtem und Pflichtverteidiger erkennbar. Ebenso ist Rechtsanwalt Kaiser mit seinem Antrag gescheitert, den Beschuldigten in die nicht zuständige Justizvollzugsanstalt Landshut verlegen zu lassen, um sich weite Anfahrten zum Beschuldigten zu ersparen.

Der Staatsanwalt Tilman T. war vor rund zwei Monaten im Amtsgericht Dachau erschossen worden. Rudolf U. hat den Staatsanwalt aus Wut über einen Prozess wegen nicht abgeführter Sozialabgaben erschossen. 

Unterdessen wurde nach Angaben der Bild-Zeitung bekannt, dass Rudolf U. verlegt und von einem psychiatrischen Sachverständigen untersucht wurde. In der JVA Stadelheim hat der Transportunternehmer wohl aufgehört zu essen, was für den Gesundheitszustand des an Diabetes leidenden Mann nicht förderlich ist. Jetzt wurde der 54-Jährige in die JVA Straubing verlegt. Dort gibt es ein besseres Haftkrankenhaus.

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