Blinder Hass auf die Justiz

Todesschütze sprach seit Jahren von Attentat

München/Dachau - Der Dachauer Todesschütze hat offenbar seit Jahren mit dem Gedanken an ein Attentat auf Justizangehörige gespielt.

Im Münchner Mordprozess ist der 55 Jahre alte Angeklagte am Montag von seinem besten Freund als „aufbrausend und rechthaberisch“ geschildert worden. Und: Der 55-Jährige habe Richter erschießen wollen, „weil er nie Recht kriegt“.

Der 55-Jährige wird des Mordes und des dreifachen Mordversuchs beschuldigt. Er hatte am 11. Januar dieses Jahres während seiner Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe im Amtsgericht Dachau den Staatsanwalt erschossen und seine Pistole noch mehrmals in Richtung Richter, Protokollführer und Verteidigerin abgefeuert. Der beinamputierte Angeklagte nimmt auf einem Krankenbett an dem Mordprozess teil.

Nach Angaben seines Freundes war der 55-Jährige abgesehen von seiner schlechten Seite „ein guter Spezi, er war in einer schwierigen Zeit immer für mich da“. Deshalb habe er ihn vor einem Jahr zu einer zehntägigen Kreuzfahrt eingeladen, jedoch sei damals die Beziehung durch das „ewige Geschrei“ des Angeklagten schon getrübt gewesen. Drei Jahre lang habe er immer wieder die Drohung gehört, „Leute zu erschießen, ich konnte es nicht mehr ertragen“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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