Mehrere Fälle im Landkreis 

Tödliche Hunde-Attacken auf Wildtiere

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Ein frei laufender Hund hat eine trächtige Geiß bei Schäftlarn totgebissen. Kein Einzelfall.  Gerade im Frühjahr sind Hunde ein Risiko für Wildtiere.

Landkreis – Nicht nur Rehe sind gefährdet. Erst kürzlich wurde ein weiterer Fall bekannt: Gleich fünf Hunde haben an der Isar in Straßlach-Dingharting einen Schwan gerissen, teilt Landratsamtssprecher Tobias Kleinert mit. Ein Ehepaar habe das Drama beobachtet. „Gerade im Frühling und Frühsommer stellen Hunde für viele Wildtiere ein enormes Risiko dar: Trächtige Mutter- und unerfahrene Jungtiere sind leichte Beute“, betont Kleinert.

Von „unzähligen Fällen, die dem Bayerischen Jagdverband jedes Jahr durch Fotos zugestellt werden“, könnte Thomas Schreder berichten. „Es ist grausam.“ Schreder ist Sprecher des Verbands mit Sitz in Feldkirchen. Die Bilder zeigten gerissene Geißen, oft mit ein bis drei Föten im Bauch. „Rehrisse sind trauriger Alltag“, weiß der Jäger und Biologe. In ganz Bayern sei gerade in der Umgebung größerer Städte ein steigender Trend solcher Fälle zu beobachten – auch, weil es m

ehr Hunde gebe. Hochträchtige Rehe seien zu träge und nicht schnell genug, um zu entkommen und bereits gesetzte Kitze würden sich ins Gras ducken statt zu fliehen. Selbst wenn ein Hund ein Rehkitz nur beschnuppere, signalisiere der Geruch des Jungtiers der Geiß: „Hund. Und das bedeutet gleich Feind.“

Jäger, die fast alle selbst Hundeführer seien, kennen die enge Beziehung zwischen Hund und Besitzer, betont Schreder. Es sei ein Anliegen des Verbands neben den Aufgaben als „Anwalt des Wildtieres, auch für ein gutes Miteinander zwischen Hundebesitzern und Jägern zu sorgen“. Oft geschehe das Wildern ohne, dass Herrchen oder Frauchen etwas mitbekommen. „Manche wissen vielleicht gar nicht, wozu ihr Hund fähig ist.“ In jedem Hund stecke ein genetisch bedingter Jagdtrieb.

„Sicherlich ist ein Großteil der Hunde im familiären Umfeld durchaus gehorsam, dennoch ist bei den vielen neuen und interessanten Reizen beim Gassi-Gehen nicht auszuschließen, dass die im Hund schlummernden jagdlichen Talente und Anlagen die Oberhand gewinnen“, schreibt Landratsamt-Sprecher Kleinert in einer Pressemitteilung. Er selbst ist Herrchen eines Dackels. „Der hat seinen eigenen Kopf“, erzählt Kleinert. Beim Waldspaziergang lasse er seinen Hund nicht von der zehn Meter langen Schleppleine. Zwei braune Labradore zwölf und vier Jahre alt, begleiten Schreder zur Jagd. Selbst wenn beide sehr gut ausgebildet seien: „Man muss immer mit dem Hund arbeiten.“

Bernadette Heimann

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