47-jähriger Olchinger frontal erfasst

Rollerfahrer stirbt: Feuerwehrler haben nach „schlimmem Anblick“ Gesprächsbedarf

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Schwerer Einsatz am Pfingstsamstag auf der B 471 zwischen den Anschlussstellen Dachau-Ost und Dachau-Mitte: Ein 47-jähriger Olchinger verlor bei dem schrecklichen Unfall sein Leben.

Ein schrecklicher Verkehrsunfall auf der B 471 hat am Pfingstsamstag ein Todesopfer gefordert. Die Einsatzkräfte gerieten dabei an ihre Grenzen. 

Dachau/Karlsfeld – Feuerwehren dokumentieren ihre Einsätze im Regelfall penibel mit Fotos. Bei dem Unfall, der sich am Samstag gegen 4.30 Uhr auf der B 471 bei Karlsfeld ereignete, aber konnten die Rettungskräfte nicht beziehungsweise nur unter größter Überwindung fotografieren. „Wir haben keine Fotos. Es war ein schlimmer Anblick, den wir nicht festhalten wollten“, berichtet die Feuerwehr Dachau. Gerhard Nieder von der Feuerwehr Karlsfeld schaffte es zwar, die grausigen Bilder festzuhalten, sagt aber: „So etwas sieht man Gott sei Dank nicht jeden Tag.“

Ein 53-jähriger Brandenburger, der auf der B 471 mit seinem Toyota gerade in Richtung Oberschleißheim unterwegs war, wollte kurz vor der Abfahrt in Richtung Dachau-Ost, auf Höhe des Fußgängerüberweges Am Tiefen Graben, einen vor ihm fahrenden Lastwagen überholen. Der Mann scherte auf die Gegenspur aus und übersah dabei wohl einen entgegenkommenden 47-jährigen Olchinger auf dessen Piaggio-Motorrad.

Zunächst suchten die Einsatzkräfte nach einem Roller-Mitfahrer

Bei dem heftigen Frontalzusammenstoß wurde der Piaggio-Fahrer sofort getötet. Sein Roller flog rund 60 Meter durch die Luft und fing anschließend Feuer. Die Freiwilligen Helfer der Feuerwehren Karlsfeld und Dachau löschten den Brand. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich noch ein Beifahrer auf dem Sozius des Rollers befand, suchten die Feuerwehrler auch noch das Umfeld der Unfallstelle ab.

Der Autofahrer erlitt einen Schock und wurde leicht verletzt. Er war zunächst im Auto eingeschlossen und konnte sich aber selbst  befreien. Der Rettungsdienst brachte ihn ins Krankenhaus. Der Einsatz dauerte bis nach 8 Uhr, solange war die Straße für den Verkehr komplett gesperrt. Für die Sperrung wurden zusätzlich die Feuerwehr Feldgeding und später die Feuerwehr Geiselbullach eingesetzt.

Gespräche nach dem schrecklichen Einsatz

Gruppenführer Nieder und seine Kollegen setzten sich nach dem Einsatz noch im Karlsfelder Gerätehaus zusammen. Gerade den zwei 18-Jährigen, die an der Unfallstelle dabei waren, bot er das Gespräch an. Nieder sagt, dass er als Mitglied der Münchner Berufsfeuerwehr schon viel gesehen habe. Doch nach derartigen Unglücken sei „dieses kollektive Miteinander“ auch für ihn wichtig.

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