Rätsel um die ursache des Unfalls auf der Schlüter-Baustelle

Tödlicher Unfall auf der Schlüter-Baustelle: Schwerlaster im Visier

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Kein altes Eisen: Der Schwerlaster mit Betonpumpen-Aufbau, dessen Stütze am Donnerstag einknickte, war laut Firma erst im Januar gecheckt worden.

Trauer bei den beteiligten Firmen und Kripo-Ermittlungen, die auf Hochtouren laufen: Nach dem tragischen Betriebsunfall auf der Schlüter-Hallen-Baustelle wird derzeit fieberhaft nach dem Grund für das Abknicken der Lkw-Stütze geforscht. Laut Firma war das Fahrzeug ein neueres Modell – und erst im Januar auf Herz und Nieren geprüft worden. Vor Ort indes geht der Betrieb weiter.

Freising – „Wir müssen jetzt warten, was rauskommt“: Alexander Uhl, Geschäftsführer von Weber-Beton, und die gesamte Chefetage der Firma, stehen noch immer unter dem Eindruck des tragischen Unglücks auf der Schlüter-Hallen-Baustelle: Die Stütze eines tonnenschweren Betonpumpen-Lkw war am vergangene Donnerstagvormittag eingeknickt und zwei Arbeiter waren tödlich vom Ausleger der Pumpe getroffen worden (wir berichteten). Uhl: „In der Firma herrscht große Trauer.“

Der Geschäftsführer könne sich keinen Reim auf den Unfall machen. Das Fahrzeug, das auf der Baustelle zum Einsatz kam, sei laut Uhl zum einen ein neueres Modell, zum anderen wurde es „erst im Januar auf Herz und Nieren geprüft“: „Der gesamte Fuhrpark wird ja bei uns regelmäßig kontrolliert“, bestätigte gestern der fassungslose Geschäftsführer: „Wir werden auf alle Fälle weiterhin die Ermittler unterstützen, wo wir nur können“, betont er. In einer offiziellen Stellungnahme zum Unglück, die die Firma noch am Freitag veröffentlicht hatte, wurde zumindest festgestellt, dass die Firma Weber „nach einer internen Überprüfung menschliches Fehlversagen als Unfallursache ausschließen“ könne.

„In alle Richtungen“ hingegen wird bei der Kripo ermittelt, wie Jürgen Weigert von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord in Ingolstadt mitteilt: „Derzeit ist der Betonpumpen-Lkw sichergestellt und wird auf Weisung der Staatsanwaltschaft von einem unabhängigen Gutachter untersucht.“ Der Lkw wurde nach dem Unfall von einem Spezialkran geborgen und ist auf einem Gelände bei Freising sichergestellt. Dort sind die Gutachter am Werk. Mit einem Ergebnis könne aber noch nicht so schnell gerechnet werden: „So eine Untersuchung dauert erfahrungsgemäß mehrere Wochen“, bestätigt Weigert.

„Wir waren auch geschockt“, bestätigte Bernd Hofmann vom Unternehmen Saller Bau. Er ist – zusammen mit einem weiteren Kollegen – als Bauleiter für die Errichtung der rund 24 000 Quadratmeter großen Schlüter-Hallen-Erweiterung samt Kinobau verantwortlich. Auf der Baustelle gehen inzwischen die Arbeiten weiter, wie Hofmann berichtet: „Auf so einem großen Areal gibt es immer etwas zu tun.“ Täglich seien auf dem Gelände an der ehemaligen B 11 etwa zwei Kolonnen mit insgesamt rund 50 Mann am Werk.

Bernd Hofmann ist es auch, der die nächsten Schritte an der Unfallstelle koordinieren muss. „Wir haben dort demnächst einen Termin mit einem Statiker aus dem Freisinger Bauamt.“ Denn: Am Unfalltag waren die Arbeiter gerade dabei, die Keller- bzw. Tiefgaragendecke des Komplexes zu betonieren, als die Pumpe umkippte. Jetzt ist der bereits verfüllte Teil ausgehärtet. Hofmann: „Bei dem Ortstermin werden wir eine Reparaturstrategie ausarbeiten. Wir müssen das Teil aber nicht wieder herausbrechen.“

Was der Unfall für den Zeitplan bis zur Baufertigstellung bedeutet, könne er noch nicht sagen: „Da wird es eine offizielle Mitteilung geben.“ Beim Spatenstich im August 2016 Jahres wurde die Fertigstellung des Komplexes für Ende 2017 ins Auge gefasst.

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