Tödlicher Unfall am Bahnhof: Polizei klärt Hergang des Unglücks

Fürstenfeldbruck - Die Türkenfelderin, die am Dienstag am Brucker Bahnhof infolge eines beispiellosen Unglücksfalls starb, wurde von einem metallenen Bajonettverschluss am Kopf getroffen.

Dieser Verschluss befand sich am Ende des durch die Luft wirbelnden Schlauchs. Die Wucht des Aufschlags muss brutal gewesen sein, sagte ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord.

Bajonettverschlüsse dienen dazu, Schlauchteile miteinander zu verbinden. Sie sind meist sehr massiv. Hinzu kommt, dass der Schlauch anders als zunächst gedacht vom Bahnsteig aus nicht nur ins Gleisbett hing, sondern weiter. Er reichte offenbar bis hin zu den Gleisen. Der Schlauch wurde wahrscheinlich von einem Rad des durchfahrenden Zuges hochgeschleudert und nicht wie zuerst gedacht infolge eines Luftwirbels. Diese Hypothese zumindest prüft derzeit die Brucker Kriminalpolizei. Das Ganze sei vergleichbar mit einem Kiesel, der von einem Autoreifen weggeschleudert wird, sagte der Polizeisprecher.

Wie die Obduktion am Mittwoch ergab, passen die Verletzungen am Kopf der Frau zu dem beschriebenen Unfallhergang. Das heißt: Die Metallkupplung sorgte für die schweren Verletzungen, denen die Frau kurz nach dem Unfall in einem Krankenhaus erlag.

Der ganze Unfall, so betonte der Polizei-Sprecher mehrfach, sei an Tragik nicht mehr zu überbieten. Die Frau habe nicht den Hauch einer Chance gehabt, sich zu schützen oder einer vorher möglicherweise erkennbaren Gefahr auszuweichen.

Geklärt werden müsse nun auch, inwieweit dem zuständigen Mitarbeiter der mit der Reinigung des Bahnsteigs beauftragten Firma Vorwürfe zu machen sind. Die Kripo Bruck ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Zu klären sein werde aber auch, ob der leere Reisezug zu schnell durch den Brucker Bahnhof rauschte.

Die Aktion Münchner Fahrgäste unterdessen betont die Tragik des Unfalls. „Wir denken an die Angehörigen, Freunde und Bekannten dieser Frau, sie haben unser tiefes Mitgefühl“, so ein Sprecher. Der Unfall wirke wie die besonders unglückliche Verkettung von zahlreichen Umständen. Große Trauer herrscht weiterhin im evangelischen Dekanat, wo die Getötete arbeitete. Nach den Pfingstferien werde er einen Gedenkgottesdienst für Sabine Molter veranstalten, erklärte Dekan Reimers, dessen rechte Hand die Verstorbene war. Die zwölf Gemeinden im Dekanat seien zudem gebeten worden, im Gottesdienst am kommenden Sonntag an die Verstorbene zu erinnern und die Familie mit in die Gebete einzuschließen. st/epd

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