Tödlicher Unfall in Höhenrain: Rätsel gelöst

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Der Unfallort: die Bachhauser Straße in Höhenrain. Durch den Aufprall mit dem Auto wurde der 76 Jahre alte Spaziergänger in den Bach rechts neben der Fahrbahn geschleudert

Höhenrain - Ein Toter im Straßengraben und eine Unfallfahrerin (69), die sich an fast nichts erinnern kann: Anfangs stand die Polizei vor einem traurigen Rätsel, jetzt scheint es gelöst.

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Tödlicher Unfall in Höhenrain - Polizei vor einem Rätsel

Die Frau zittert, ist blass, wirkt geschockt. „Ich hatte einen Unfall. Ich weiß aber nicht mehr, wo“, sagt sie zu dem Mann an der Kasse in der Esso-Tankstelle in Berg. Tatsächlich ist das Auto der Frau schwer beschädigt. Der rechte Außenspiegel fehlt, die Front ist eingedrückt, die Windschutzscheibe gesprungen. Der Tankwart wählt die Nummer der Polizei. Minuten später sind Beamte da, sie untersuchen den Mitsubishi näher. Sie finden Haare auf der Windschutzscheibe, die von einem Menschen stammen könnten.

Jetzt zählt jede Minute. Die Polizisten fragen die 69 Jahre alte Münchnerin eindringlich, wo sie die vergangenen Minuten herumgefahren ist. Nach und nach können sie die Fahrstrecke grob eingrenzen. Um 18.25 Uhr kann die Unfallstelle lokalisiert werden. Sechs Kilometer entfernt in der Ortschaft Höhenrain. Auf der Bachhauser Straße liegt der Außenspiegel. Von einem möglichen Unfallopfer keine Spur.

Mit Taschenlampen suchen die Polizisten die Umgebung ab. Sie machen eine grausige Entdeckung: Im parallel zur Straße verlaufenden Bach finden sie einen menschlichen Körper. Ein Notarzt kann nicht mehr helfen. Der Mann ist tot.

Der Tote kann vor Ort nicht identifiziert werden. Also schwärmen Beamte der Polizeiinspek­tion Starnberg aus und befragen die Einwohner in den umliegenden Orten. Angehörige des Mannes finden sie zunächst nicht.

Weit nach Mitternacht klingeln Polizisten schließlich an der Tür eines Hauses in Höhenrain. Eine Frau öffnet. Seit Stunden vermisst sie ihren 76 Jahre alten Mann. Er ist von einem Spaziergang nicht zurückgekommen. Die Beamten fahren mit der Frau zur Rechtsmedizin nach München. Hier wird der Verdacht zur traurigen Gewissheit: Die Höhenrainerin identifiziert den Toten aus dem Bach als ihren Mann.

Die Unfallfahrerin konnte noch nicht befragt werden, sie liegt mit schwerem Schock auf der Intensivstation eines Hospitals. „Sie ist nicht vernehmungsfähig“, sagt Andreas Ruch, stellvertretender Leiter der Starnberger Polizei. Völlig unklar ist deshalb, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Die Bachhauser Straße ist an dieser Stelle nicht beleuchtet, es gilt Tempo 50.

J. Mell

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