Tödlicher Unfall: Tutzinger trauern um kleine Daria

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Pfarrer Peter Brummer hat in seiner Kirche mit Darias Kindergarten-Freunden eine Gedenkstätte aufgebaut

Tutzing - Tutzing trauert um die kleine Daria, die am Mittwochnachmittag von einem Lkw-Reifen überrollt und getötet wurde. In Gottesdiensten wird der Sechsjährigen gedacht.

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In Tutzing am Starnberger See ist die Schule zu Ende, Kinder mit Schulranzen auf dem Rücken gehen nach Hause. Heute lachen sie nicht. Sie sprechen leise an diesem Frühlingstag, der schöner kaum sein könnte. Unterhalb der Pfarrkirche St. Joseph bleiben sie stehen. Sie schweigen, manche halten sich an den Händen. Dann kniet ein Mädchen nieder. Sie legt eine Rose auf den Boden. Viele Blumen liegen hier, auch Teddybären und Briefe von Kinderhand geschrieben. „Du bist ein Paradiesmädchen“ steht auf einem Bogen Papier.

Kerzen und Blumen haben Tutzinger an der Unfallstelle niedergelegt, wo die kleine Daria tödlich verunglückte. Foto: Jaksch

Die Kinder trauern um die kleine Daria. Das Mädchen, gerade sechs Jahre alt, ist aus ihrer Mitte gerissen worden. Daria wollte am Mittwochnachmittag mit ihrem Tretroller schnell die Traubinger Straße überqueren, ihrem Bruder (8) auf die andere Seite folgen. In diesem Moment erfasste sie ein abbiegender Lkw. Daria war sofort tot. „Es waren erschütternde Szenen, die sich in den Minuten danach hier abspielten“, sagt Pfarrer Peter Brummer. Er hatte gerade einen Gottesdienst gehalten, als er an die Unfallstelle unterhalb des Gotteshauses geholt wurde. Da waren Menschen, die unter Schock standen. Darias Vater, der herbei geeilt war, der Lkw-Fahrer (52). Und die Rettungssanitäter, die nichts für das Kind hatten tun können.

Sie alle versammelten sich zum Gebet für Daria, die so plötzlich aus ihrem jungen Leben gerissen wurde. Ein letzter Segen, dann hoben Männer den kleinen Körper in das Auto eines Beerdigungsinstituts.

Noch am späten Nachmittag kamen Darias Freunde aus dem Kindergarten Zwergerl-Alm und legten Blumen nieder, entzündeten Kerzen. „Die Anteilnahme hier im Ort ist ergreifend“, sagt Pfarrer Peter Brummer. Donnerstag Vormittag trafen sich Darias Kindergartenfreunde in der Pfarrkirche, gedachten des quirligen, freundlichen Mädchend, das so gerne auf dem Trampolin sprang. Auch in der nahen Schule ihres Bruders entzündeten die Kinder Kerzen, beteten für die Sechsjährige.

Wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte, ist noch nicht geklärt. „Es ist ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben, das unter anderem die Frage nach dem toten Winkel klären soll“, sagt Andreas Ruch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Starnberg.

Jacob Mell

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