Bayerische Oberlandbahn

Tölzerin strandet nachts in Deisenhofen – ohne Infos, wie’s weitergeht

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Die Tölzerin Helga Bitterling ist sauer: „Was sich die BOB da geleistet hat, ging zu weit“, schreibt die Leserin in einer E-Mail an den Tölzer Kurier. Was war passiert?

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die  Heimfahrt von Helga Bitterling von München nach Bad Tölz dauerte am späten Mittwochabend zweieinhalb Stunden und endete erst tief in der Nacht. Was sie aber vor allem ärgert: Sie strandete nachts am Bahnhof in Deisenhofen – ohne jegliche Infos und Hilfestellung, wie es weitergehen sollte.

„Ich wollte mit dem 23.04-Uhr-Zug nach Tölz fahren“, schildert Helga Bitterling. Endstation ihrer Fahrt war allerdings Deisenhofen – wegen eines Notarzteinsatzes auf der Strecke nach Holzkirchen. So weit hat die Tölzerin Verständnis. „Es ist klar, dass man Verspätungen in Kauf nehmen muss, wenn so etwas passiert.“ Gerne hätte sie allerdings in dieser Situation gewusst, wie die Reise für sie weitergehen sollte. Im Zug sei noch durchgesagt worden, dass sich die BOB um einen Schienenersatzverkehr bemühen werde. Als sie dann allerdings zusammen mit rund 50 weiteren BOB-Fahrgästen in Deisenhofen am Bahnsteig stand, „kam überhaupt nichts, wie es weitergehen sollte“, schildert sie. „Eine Frechheit sondersgleichen!“

Einige Fahrgäste hätten sich damit beholfen, ein Taxi zu nehmen oder sich abholen zu lassen. Helga Bitterling hatte schließlich das Glück, dass sie jemand mit dem Auto nach Tölz mitnahm. Gegen 1.30 Uhr sei sie nach dieser Odyssee schließlich daheim gewesen. Sie kritisiert: „Was mich störte, war, dass kein Ansprechpartner der BOB zu sehen war und auch nicht durch Lautsprecher informiert wurde.“

Auf Anfrage des Tölzer Kurier nimmt BOB-Sprecher Christopher Raabe Stellung und äußert im Namen des Unternehmens Bedauern. Er schreibt: „Da die Strecke wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt war, haben wir in Zusammenarbeit mit der S-Bahn umgehend Maßnahmen eingeleitet, um unsere Fahrgäste und die der S-Bahn weiter befördern zu können. Um 23.30 Uhr meldete uns die S-Bahn die Bestellung von zehn Taxen in Anfahrt auf Deisenhofen. Diese wurden unseres Wissens nach auch von unseren Fahrgästen zur Weiterfahrt genutzt. Die S-Bahn schilderte uns auch, dass sie Reisenden-Lenker in Deisenhofen zur Information der Fahrgäste bereit gestellt hat.“

Von den Taxen hätten aber offenbar nur die Fahrgäste in der S-Bahn etwas erfahren, entgegnet Helga Bitterling. Die BOB-Fahrgäste hätten keine Ahnung gehabt, wer die vorhandenen Taxen für wen bestellt hatte. Ohnehin habe man kaum eine Chance gehabt, ein Taxi zu ergattern, wenn man nicht gerade in der ersten Reihe anstand. Sie bleibt bei ihrem Vorwurf: „Die BOB hätte uns früh genug Bescheid sagen müssen.“

Die BOB hat sich mittlerweile bereits persönlich bei der Tölzerin entschuldigt.

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