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Bei Unwetter nahe München: Mann macht heftiges „Tornado“-Foto – doch DWD-Experte hat andere Erklärung

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Von: Veronika Mahnkopf

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In Schaftlach hat ein Mann einen angeblichen Tornado beobachtet und fotografiert. Ein Experte vom DWD gibt allerdings Entwarnung.
In Schaftlach hat ein Mann einen angeblichen Tornado beobachtet und fotografiert. Ein Experte vom DWD gibt allerdings Entwarnung. © privat

Das ist schon ein Wolken-Koloss, der sich da über ein Haus im oberbayerischen Schaftlach schiebt – doch ein Tornado ist es nicht. Ein Experte vom DWD hat allerdings eine Erklärung für das Foto.

Waakirchen – Zugegeben, man erschrickt schon, wenn man das Foto sieht, das Albin Gashi am vergangenen Samstag in Schaftlach, einem Ortsteil von Waakirchen im Landkreis Miesbach gemacht hat. Ein riesiger Wolkenstrudel scheint da über den Himmel zu ziehen, bereit, alles unter sich platt zu machen. Gashi ist beeindruckt und schickt ein Bild des Phänomens an Merkur.de. Er glaubt, eine Windhose oder anders gesagt, einen Tornado mitten in Bayern fotografiert zu haben.

Mann fotografiert scheinbar „Tornado“ – doch DWD sorgt für Aufklärung

Doch er schränkt auch gleich ein: Das Ganze habe sich „relativ schnell verzogen“. Schadensmeldungen? Fehlanzeige. Andreas Friedrich, Pressesprecher beim Deutschen Wetterdienst und dort Tornadobeauftragter kann noch mehr zu dem Ganzen sagen, was Gashi da am oberbayerischen Unwetter-Himmel fotografiert hat. „Das Foto zeigt eindeutig keinen Tornado, sondern eine sogenannte Shelfcloud, auch Böenkragen genannt.“

Eine bedrohlich wirkende Wolkenformation, die aussah wie ein Tornado, fotografierte am Samstag ein Mann in Oberbayern.
Eine bedrohlich wirkende Wolkenformation, die aussah wie ein Tornado, fotografierte am Samstag ein Mann in Oberbayern. © privat

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„Tornado“ in Bayern: Foto „sieht zwar verdächtig aus“, zeigt aber einen Böenkragen

Das Foto „sieht zwar verdächtig aus“, so Friedrich, doch „hier täuscht manchmal die Perspektive bei einem Foto“. Für einen Tornado fehlen zwei wichtige Aspekte: Man könne nicht erkennen, wie es unterhalb der Wolkenformation aussieht. Und man könne auch nicht erkennen, „ob es hier eine Rotation um eine senkrechte Achse gab“.

Am wichtigsten aber: „Wenn es sich tatsächlich um einen Tornado gehandelt hat, müsste es sich bei einer solchen Wolkenformation um einen schweren Tornado gehandelt haben, mit deutlich sichtbaren Verwüstungen am Boden, wie beispielsweise entwurzelte oder abgedrehte Bäume.“ Und eben diese Schäden fehlen – glücklicherweise. Beeindruckend ist so ein Böenkragen aber allemal.

Ist ein richtiger Tornado, wie es ihn 2021 in Tschechien gegeben hat, in Bayern überhaupt denkbar? Lesen Sie mehr zum gefürchteten Wetterphänomen Tornado, vor dem auch in Bayern bei Unwettern immer wieder gewarnt wird.

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