Wo ist das Handy des Opfers?

Tote vom Feringasee: Polizei nimmt Lebensgefährten fest - neue Details

Opfer Beatrice F. wurde identifiziert. Ihr Lebensgefährte wurde als Tatverdächtiger festgenommen. 

Zwei Tage nach dem grausigen Fund am Feringasee in Unterföhring gibt es weitere Details zu dem Fall. Die Münchner Polizei vermeldete am Mittwoch einen ersten Ermittlungserfolg. Einige Fragen bleiben bisher jedoch offen.

+++ Update, 14. September +++ 

Am Donnerstagmorgen teilt die Polizei mit, sie haben einen Tatverdächtigen festgenommen. Dabei handelt es sich um den Lebensgefährten des Opfers. Er wird heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Polizei und Staatsanwaltschaft informierten heute in einer Pressekonferenz: Die Untersuchung der näheren Lebensumstände und der Spuren ergab den dringenden Tatverdacht gegen den Mann. Der Tatverdacht wird aufgrund der Indizien für hinreichend gehalten, daher wird Haftbefehl beantragt. Wegen der laufenden Ermittlungen will sich die Polizei aber mit Details noch bedeckt halten. Nur so viel wird verraten: Seine Angaben bei der Vermisstenmeldung, passten nicht zu den Ermittlungserkenntnissen. Bei der Vernehmung durch die Polizei machte er keine Aussage. Zum möglichen Motiv gibt es deshalb noch keine Angaben. 

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen wird im Moment davon ausgegangen, dass die Tat früher als zunächst gedacht, nämlich bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag (8./9. September), in der gemeinsamen Wohnung begangen wurde. Die Spurensicherung dort ist noch nicht abgeschlossen, so die Polizei. 

Der Stand bis Mittwochabend: 

München - Der erste Teil des grauenhaften Rätsels um die verbrannte Tote am Feringasee ist geklärt: Die Mordkommission kennt jetzt die Identität der ermordeten und bis zur Unkenntlichkeit entstellten Frau. Das teilte der Erste Kriminalhauptkommissar Herbert Linder von der Mordkommission am Mittwoch mit. Es handelt sich um eine zunächst als vermisst gemeldete Münchner Projektmanagerin aus der IT-Branche. 

Beatrice F. war erst 35 Jahre alt, arbeitete in verantwortlicher Position für die Niederlassung eines kunstoffverarbeitenden Weltkonzerns in der Auto-Zuliefer-Industrie in Freimann, der auch BMW beliefert. Ihr Lebensgefährte (32)meldete sie am Montag als vermisst. Beatrice F. stammte aus Sachsen. Zuletzt arbeitete als Advanced Project Managerin. In München fand sie auch ihr privates Glück. Ihr Lebensgefährte arbeitete aber in einer anderen Firma. Zusammen lebten die beiden im Münchner Osten. 

Der Letzte, der sie lebend sah, ist nach bisherigen Erkenntnissen ihr Lebensgefährte. Nach seiner Schilderung hatte sie am Sonntagabend eine Verabredung mit einer ihm unbekannten Kollegin. Diese Kollegin hat die Mordkommission aber noch nicht gefunden. Am frühen Abend fuhr die Managerin nach Angaben ihres Freundes mit ihrem 1er-BMW daheim ab – und kam nicht mehr zurück. Auch telefonisch war sie nicht mehr mehr reichbar. Das war ungewöhnlich: „Sie ist sehr zuverlässig,“ sagte der 32-Jährige der Polizei später. Er ging dann zunächst ins Bett, konnte vor Sorge aber nicht schlafen und erkundigte sich in der Nacht bei der Polizei, was man tun könne. Am Montag Mittag erstattete er offiziell Vermisstenanzeige. 

Nur wenig später fanden Landschaftsgärtner am Feringasee gegen 14 Uhr die verbrannte Leiche auf dem hintersten Behelfsparkplatz Nummer 4. Beatrice F. wurde anhand ihres Zahnstatus identifiziert. Der vermutlich bekleidete Körper muss regelrecht in Brennstoff getränkt worden sein. Er verbrannte komplett. 

Ausdruck namenlosen Hasses? „Der Mörder wollte wohl auch sichergehen, alle eigenen Spuren an der Toten zu vernichten“, glaubt Linder. Wie die Tote auf den Parkplatz gebracht wurde, ist unklar. Sicher ist nur: „Der Fundort ist nicht der Tatort.“ Die 35-Jährige wurde erdrosselt. Ihr Auto wurde schnell gefunden. Es stand verschlossen in der Lilly-Reich-Straße in Freimann – nur rund 500 Meter von ihrem Arbeitsplatz entfernt. Der BMW wird kriminaltechnisch untersucht. Manchmal lässt sich anhand von Schmutz- und Erdspuren am Wagen oder im Reifenprofil feststellen, an welchen Orten ein Auto bewegt wurde. 

Das Handy der 35-jährigen ist bislang unauffindbar. Über den Netzanbieter bekam die Kripo einige wenige Daten ihrer letzten Verbindungs-Aktivitäten. Seit den massiven Einschränkungen bei der Vorratsdatenspeicherung sind diese Auskünfte aber mager. „Das ist sehr ärgerlich“, sagt Herbert Linder. 

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