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Nicht gefährlicher als andere Stellen im Starnberger See

Toter am Starnberger See: Todesfalle Allmannshauser Steilwand

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Nach der Bergung des Toten sind die Rettungskräfte am Ufer des Starnberger Sees mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Ein Taucher ist am Osterwochenende im Starnberger See ertrunken - die Polizei geht von einem Unfall aus. Der Unglücksort gehört zu den beliebtesten Tauchzielen der Region.

Update vom 19. April: Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen des toten Tauchers haben ergeben, dass es sich um einen Unfall gehandelt hat

Allmannshausen – Sie ist ein Anziehungspunkt für Taucher aus der gesamten Region und darüber hinaus: 50 Meter tief fällt die Allmannshauser Steilwand unter der Oberfläche des Starnberger Sees senkrecht ab. Mit bis zu 85 Metern Wassertiefe finden sich dort die tiefsten Tauchplätze des Sees. Und immer wieder ereignen sich dort tödliche Unfälle. So auch am Karsamstag, als zum 19. Mal seit 1994 ein Taucher im Starnberger See ertrunken ist.

Mehr als eine Stunde lang trieb der 50-Jährige aus Landsberg leblos nahe der Seeburg bei Allmannshausen (Kreis Starnberg) im aprilkalten Wasser. Als Spaziergänger zufällig auf ihn aufmerksam wurden, konnten die alarmierten Einsatzkräfte von DLRG und Wasserwacht das Leben des 50-Jährigen aus Landsberg am Lech nicht mehr retten.

Dass immer wieder Menschen an der Allmannshauser Wand sterben, erklären Experten als bittere Konsequenz nüchterner Wahrscheinlichkeit. „Die Steilwand ist nicht gefährlicher als andere Stellen“, sagt Walter Kohlenz von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der bei dem Einsatz am Samstag selbst vor Ort war. Die steilen Felsen ziehen aber jedes Jahr Tausende Taucher an. „Wo mehr Menschen tauchen, passiert leider auch mehr“, sagt Kohlenz. „Tauchen ist kein risikofreier Sport.“ Umso wichtiger seien gute Ausrüstung und umsichtiges Verhalten.

Das ist die bei Tauchern beliebte Allmannshauser Wand

Allein war der 50-jährige Verunglückte kurz nach 17 Uhr in den See gestiegen – und beging damit möglicherweise einen verhängnisvollen Fehler. Denn als er, wie die Ermittler später anhand des Tauchcomputers des Mannes rekonstruierten, nach nicht einmal zehn Minuten unter Wasser aus nur gut 30 Metern Tiefe einen Notaufstieg unternahm, konnte ihm niemand helfen. Am Starnberger See ist es deshalb eigentlich verboten, allein zu tauchen – die Einsatzkräfte suchten daher zunächst auch nach einem möglichen zweiten Opfer.

Weshalb der verunglückte Presslufttaucher bei seinem Tauchgang einen Notaufstieg einleitete – dazu gibt es noch keine Erkenntnisse. Dekompressions-Probleme, den sogenannten Tiefenrausch, hält ein Experte aber für eher unwahrscheinlich. „Bei dieser eher geringen Tauchtiefe ist in aller Regel ein technisches Problem am Tauchgerät oder ein medizinischer Notfall die Ursache“, erklärt DLRG-Sprecher Kohlenz. Ein Schwindelanfall oder ein Ventilfehler – kleine Probleme könnten unter Wasser schnell lebensbedrohliche Folgen nach sich ziehen. Was genau die Unglücksursache war, müssen allerdings Polizei und Gerichtsmedizin klären. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nicht.

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