Tourismusbilanz der Stadt 

Therme & Co.: Woher kommen eigentlich die Erding-Besucher?

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Besuchermagnet Therme: Die 1,8 Millionen Besucher pro Jahr beflügeln die Tourismus-Branche in der Region.

Immer mehr Touristen machen Urlaub in Erding. Besonders viele Österreicher zieht es in die Herzogstadt. 

Erding Immer mehr Menschen aus dem Ausland machen in Erding Urlaub. Besonders viele Österreicher zieht es in die Herzogstadt: Sie machen fast die Hälfte der Gäste aus.

Das Hotelgewerbe in der Stadt Erding könnte heuer die magische Grenze von einer halben Million Übernachtungen knacken. Haarscharf daran vorbeigeschrammt ist man bereits voriges Jahr mit exakt 489 745 Übernachtungen. Allein der Januar war mit 38 196 Übernachtungen – ein Plus von gut 16 Prozent zum Vorjahr – „ein vielversprechender Start ins neue Tourismusjahr“, sagt Günther Pech vom Stadtmarketing. Und die richtig starken Monate in Sommer und Herbst kommen erst noch. Da sind in einem Monat bis zu 50 000 Übernachtungen möglich. So viele wurden im Oktober 2017 gezählt, das bisherige Monatsrekordergebnis.

Pech stellte kürzlich die aktuellen Zahlen im Stadtrat vor. Sie geben auch Auskunft darüber, woher die Gäste kommen. Demnach gehen 318 411 Übernachtungen auf Besucher aus Deutschland zurück und 171 334 auf Ausländer (+ 20,5 Prozent). Unter ihnen wiederum machen die Österreicher mit 80 915 Übernachtungen fast die Hälfte aus – eine Steigerung um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bemerkenswert ist die Zahl der Übernachtungen von Rumänen, die um 564 Prozent auf 2662 gestiegen ist. Rumänien landet damit trotzdem nur auf Platz neun der Top 20 Herkunftsländer, die nach Österreich China (18 568 Übernachtungen) und, trotz eines Minus von 17,8 Prozent, Italien (11 173 Übernachtungen) anführen. Diesen Rückgang erklärte Pech mit den fehlenden Crews der Air Dolomiti bis zum Herbst vorigen Jahres. „Seit November 2017 übernachten diese aber wieder in Erding.“

Am längsten bleiben laut Statistik übrigens die Inder mit im Schnitt 4,8 Tagen. Am wenigsten Zeit lassen sich die Japaner: Sie bleiben nur 1,3 Tage.

Mit einer Auslastung der Betten von 59,3 Prozent habe Erding 2017 nahezu das Niveau der Landeshauptstadt München (59,9 Prozent) erreicht, erklärte Pech. Im Ranking aller oberbayerischen Orte sei die Kreisstadt damit auf Rang 11 gelandet, nach Inzell und vor Schliersee. Besser sei im Landkreis nur Oberding mit 562 154 Übernachtungen platziert.

Ausgehend von Zahlen des deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr ist durch diese Übernachtungen im vorigen Jahr ein primärer Bruttoumsatz von mindestens 84,3 Millionen Euro entstanden. Davon blieben 53,3 Millionen Euro im Gastgewerbe. Der Umsatz wirke sich aber auch auf den Einzelhandel (17,7 Millionen Euro) und bei den Dienstleistungen (13,3 Millionen Euro) aus.

„Zum Wirtschaftsfaktor Tourismus müssten noch die zahlreichen Tagesgäste, die die Therme und die Stadt bei Veranstaltungen besuchen, sowie die Ausgaben der Gäste in den Kleinbeherbergungsbetriebe gezählt werden“, erklärte Pech. Denn letztere Betriebe mit weniger als zehn Gästebetten, zu denen vor allem Privatquartiere wie Ferienwohnungen oder Airbnb-Anbieter zählen, sind in den Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung nicht mit einbezogen. In diesen Betrieben werden zusätzlich rund 100 Betten angeboten.

Neben den aktuellen Zahlen hatte Pech auch eine ganz persönliche Statistik dabei, quasi „einen Blick zurück bis zum Beginn meiner Tätigkeit bei der Stadt Erding“. Seit 23 Jahren steige die Anzahl der Übernachtungen überproportional an – um sagenhafte 916 Prozent seit 1995.

Einzige Ausnahme stelle das Jahr 2002 dar, laut Pech eine Folge des Anschlags auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. 

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