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Plötzlich kommt keiner mehr rein: Aus für Traditionslokal - „Eine der letzten bayerischen Wirtschaften“

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Von: Boris Forstner

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Wo sonst Bierbänke stehen, schaut es leer aus: Der „Allgäuer Hof“ am Weilheimer Marienplatz hat zugemacht.
Wo sonst Bierbänke stehen, schaut es leer aus: Der „Allgäuer Hof“ am Weilheimer Marienplatz hat zugemacht. © gronau

Eine Weilheimer Traditionsgaststätte schließt klammheimlich. Zu dem überraschenden Aus am Wochenende gibt es nur wenige Informationen.

Weilheim – Im vergangenen Jahr kam das Gerücht auf, dass der „Allgäuer Hof“ am Marienplatz zumachen will. Die angebliche Nachricht erreichte auch die Heimatzeitung, die pflichtbewusst der Angelegenheit nachging, in der Wirtschaft anrief – und erfuhr, dass da gar nichts dran sein, auch wenn die Corona-Zeit nicht einfach ist.

Weilheimer Traditionsgaststätte „Allgäuer Hof“ schließt: Seit Jahrzehnten Institution in der Stadt

Als jetzt am Samstag ein Kollege dort abends Essen gehen wollte, war allerdings die Küche kalt: Man habe tags zuvor schon eine kleine interne Abschiedsfeier gehabt, das Fassbier sei auch schon aus, die vorhandenen Gäste bekamen Flaschenbier – reingelassen wurde niemand mehr.

Dass das Traditionslokal tatsächlich geschlossen hat, kann man nur am ungewohnt leeren Platz vor der Wirtschaft erkennen, auf dem sonst an blauen Biergartentischen stadtbildprägende Personen ein wenig bayerisches Biergartenflair verströmten. Ein Hinweisschild gibt es nicht, offiziell Auskunft geben wollte Wirt Franz Matulla auf Anfrage nicht.

Er führte die „traditionelle bayrische Gaststätte“, die seit 1960 mitsamt Gebäude im Besitz der Familie ist, wie auf der Internetseite zu lesen ist, die von der Schließung auch nichts erwähnt.

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Traditionsgaststätte schließt klammheimlich: Standortförderverein wusste nichts von Aus

Dem Vernehmen wurde das Haus verkauft, der neue Besitzer strebe eine Weiterführung des gastronomischen Konzeptes an. Wer genau das Lokal führen soll und wann der Allgäuer Hof wieder öffnen könnte, war auf offiziellem Weg nicht zu erfahren.

Überrascht von der Nachricht wurde auch Florian Lipp, Vorsitzender des Standortfördervereins, als er von der Heimatzeitung über die Schließung informiert wurde. „Das ist sehr traurig, weil es eine der letzten bayerischen Wirtschaften war, die es bei uns noch gegeben hat.“

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BORIS FORSTNER MIT EMANUEL GRONAU

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