Zwischen Leben und Tod

Das tragische Ende des Robert Baumgartner († 59)

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Baumgartner bedankte sich im Krankenhaus bei seiner Lebensretterin. Zwei Tage später war er tot.

München - Zwei Mal kämpfte der Dachauer Robert Baumgartner nach seinem schweren Auto-Unfall im Krankenhaus mit dem Tod. Als es schien, als sei er über den Berg, starb er. Eine tragische Geschichte.

Er steht mitten im Leben. Dann fährt er gegen einen Baum, kämpft in der Klinik zwei Mal mit dem Tod – und steht wieder auf. Schmiedet Pläne, will auf seinen geliebten Tennisplatz zurück, bedankt sich bei allen Helfern und seinen Lieben. Und plötzlich kommt der Tod doch noch. Dies ist die tragische Geschichte des Dachauers Robert Baumgartner (59), der am Donnerstag beerdigt wurde. Die Dachauer Nachrichten zeichnen die Tage zwischen Tragödie, Hoffnung und Tod nach:

4. August: Mit voller Wucht gegen den Baum

Schwer verletzt wurde Baumgartner aus diesem Autowrack geborgen.

Robert Baumgartner fährt gegen 9 Uhr vormittags mit seinem VW Touareg in Dachau auf der Schillerstraße Richtung Münchner Straße, um Besorgungen zu erledigen. Kurz nach dem Altenheim Marienstift wird Baumgartner schwindlig, er verliert die Kontrolle über seinen Wagen und prallt ungebremst gegen einen Baum. Der wird ob der Wucht des Aufpralls entwurzelt.

Mit schweren Verletzungen kann der 59-Jährige geborgen werden. Sein Schutzengel heißt Nadine Lerchl. Die 24-Jährige ist Feuerwehrlerin und Rettungsassistentin und kümmert sich liebevoll um den Schwerverletzten, spricht mit ihm, sorgt dafür, dass er aus dem Wagen ohne Rückenverletzungen geborgen werden kann.

15. August: Der Dank an die Retter

Zwei Mal muss Baumgartner im Schockraum des Krankenhauses reanimiert werden. Als die Kämpfernatur über den Berg schien und in wenigen Tagen aus der Klinik entlassen werden sollte, traf er seine Lebensretterin Nadine Lerchl und bedankte sich. „Er bot mir gleich das Du an“, erinnert sich die 24-Jährige. Baumgartner war voller Dankbarkeit gegenüber allen, die ihm beistanden. Von den Einsatzkräften bis zu seiner Familie, für die er ein Fels in der Brandung war.

Und so plante der allmählich Genesende eine große Party nach seiner Reha. Der Ex-Bundesliga-Spieler war sich sicher: „Ich werde mit Sicherheit auf den Tennisplatz zurückkehren“, sagte er an diesem Tag. Tennis war seine Leidenschaft, sein Beruf und seine Berufung.

Zwei Tage später war der Mann tot.

17. August: Der schwere letzte Gang

Die Komplikationen kamen plötzlich und unerwartet. Robert Baumgartner starb am vergangenen Sonntag im Dachauer Krankenhaus. Er hinterlässt seine Ehefrau Sybille und drei erwachsene Kinder. Im Februar wäre er Opa geworden. Seine Familie schaltete eine Todesanzeige, die statt seines Fotos einen Tennisschläger zeigt. Dieser Sport war seine Leidenschaft.

Die Hinterbliebenen werden sich erinnern an einen Menschen, der gradheraus war, wenn ihm etwas nicht passte. Und der seine Ehefrau „zu einer starken Frau“ gemacht hat, wie Sibylle sagt. Gestern fand die Beerdigung auf dem Stadtfriedhof Dachau statt.

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