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Ihr Lachen bleibt unvergessen: Gute Seele von Höhenkirchen erliegt Krebsleiden

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Von: Stefan Weinzierl

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Ingeborg Gigl liebte das Tanzen und die Geselligkeit.
Ingeborg Gigl liebte das Tanzen und die Geselligkeit. © privat

Sie wollte unbedingt noch einmal beim Garagenflohmarkt teilnehmen, doch dieser Wunsch wurde Ingeborg Gigl nicht mehr erfüllt: Die 53-Jährige aus Höhenkirchen erlag kürzlich einem Krebsleiden.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Ende Juli wurde sie unter großer Anteilnahme bestattet, wie ihr Mann Hans Gigl erzählt: „Rund 180 Menschen sind zur Beerdigung gekommen.“

Ingeborg Gigl wurde 1968 in München geboren. Ihren Mann lernte sie 1993 beim Faschingsball „Tanz der heißen Höschen“ der Siegertsbrunner Burschen kennen. Kein Wunder: „Tanzen war unsere größte Leidenschaft“, erzählt Hans Gigl. Aus der Tanzbekanntschaft wurde schnell die große Liebe, bereits im Herbst 1993 zog Ingeborg Gigl von München nach Höhenkirchen (Landkreis München). Geheiratet wurde am 22. August 1998.

„Wir haben uns auch an einem 22. kennengelernt. Das war einfach unser Monatstag, den wir auch regelmäßig zelebriert haben“, erzählt ihr Mann. So hätten sie sich an jedem 22. im Monat etwas Besonderes ausgedacht: „Entweder es gab Blumen, ich habe für sie gekocht oder wir sind essen gegangen.“

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Nachruf auf Ingeborg Gigl: Sie liebte das Tanzen und die Geselligkeit

Verbunden hat das Paar, das eine erwachsene Tochter hat, aber nicht nur der Tanz, sondern grundsätzlich die Geselligkeit. „Meine Frau war ein sehr lebensfroher Mensch und hat bei allem Möglichen mitgemacht.“ Dabei musste Ingeborg Gigl nicht unbedingt Mitglied in einem Verein sein. Seine Frau habe einfach angepackt, betont der Gatte, - sei es beim Glühwein-Ausschank an Heiligabend oder beim Brotzeit herrichten für den Kriegerverein oder die Feuerwehr. Mitglied war Ingeborg Gigl bei den Sauerlacher Bogenschützen. „Sie hatte Probleme mit dem Rücken, und der Sport hat ihr gut getan“, sagt Hans Gigl.

Regelrecht Feuer und Flamme war sie von Anfang an für den Garagenflohmarkt, den der Arbeitskreis Zusammenleben einmal im Jahr im Ort organisiert. „Meine Frau ist da regelrecht aufgeblüht.“ Verkauft wurde im Gigl-Stadl. Dort mutierte die leidenschaftliche Dirndl-Trägerin laut ihrem Mann zur professionellen Modeberaterin.

„Ein Lieferwagen im Stadl wurde zur Umkleide umfunktioniert.“ Neben Kleidung verkaufte sie selbst gekochte Marmelade und die gebrauchten Spielsachen ihrer Tochter. „Vieles hat sie auch einfach hergeschenkt, weil sie Kinder so liebte.“ Abends, wenn sie dann ins Haus gekommen sei, hätten ihre Wangen regelrecht geglüht, erinnert sich Hans Gigl, „und sie hat gestrahlt übers ganze Gesicht“.

Große Trauer um Ingeborg Gigl: Im Rollstuhl wollte sie noch zum Garagenflohmarkt

Inge Gigl sei es immer auch darum gegangen, das Zusammenleben im Ort zu fördern, sagt Diana Müller. Die Sprecherin des Arbeitskreises Zusammenleben hat es nicht glauben können, als sie von der Todkranken die Anmeldung für den diesjährigen Garagenflohmarkt in den Händen hielt. „Sie hat mir das diktiert, wollte unbedingt noch im Rollstuhl vorbeischauen“, erzählt Hans Gigl.

Doch ihr Zustand verschlechterte sich zusehends, schließlich wurde sie von ihrem Zuhause in die Kreisklinik Ebersberg verlegt. Dort schloss sie am Leonhardi-Sonntag für immer die Augen. „Sie ist friedlich und schmerzfrei eingeschlafen. Ich denke, es war letztlich für sie eine Erlösung“, sagt ihr Mann. Und auch wenn beim Garagenflohmarkt am 23. Juli Ingeborg Gigl nichts mehr verkaufen konnte, war sie doch allgegenwärtig. Ein Foto der Verstorbenen schmückte den Gigl-Stadl, erinnerte alle an die engagierte Frau, Mutter und Höhenkirchnerin.

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