Nach dem Terror-Alarm in München

So wurde der Trittbrettfahrer geschnappt

München - Am Montag hat die Polizei einen Trittbrettfahrer vom Wochenende festgenommen. Der Mann meldete sich am Sonntag bei der Feuerwehr und faselte etwas von einer Bombe.

Was ist diesen Leuten eigentlich ins Hirn gefahren? Seit der Silvester-Terror-Nacht versuchen Trittbrettfahrer immer wieder, Züge und S-Bahn mit unsinnigen Drohungen lahmzulegen – mit lästigen und auch teuren Folgen für Polizei, Pendler und Reisende. Nun hat die Polizei einen erwischt: Stefan K. ist 29 Jahre alt und arbeitet in Leipzig als Security-Mitarbeiter! Sein unüberhörbarer sächsischer Dialekt wurde ihm letztlich zum Verhängnis.

Von dieser Notrufsäule aus, meldete der Trittbrettfahrer, dass eine Bombe hochgehen wird.

Der zunächst unbekannte Mann meldete sich am Sonntag um 14 Uhr über einen Notrufmelder am S-Bahnhof Unterschleißheim, der ihn direkt mit der Freiwilligen Feuerwehr verband. Der Mann nannte sogar seinen Namen, den der Feuerwehrmann aber wegen des extremen Dialektes nicht richtig verstand. Der Anrufer behauptete, dass in Kürze eine Bombe auf der U-Bahnstrecke zwischen Hauptbahnhof und Feldmoching „hochgehen“ werde. Weil der Mann offensichtlich betrunken war und verwirrt wirkte, wurde der Drohung nur wenig Bedeutung zugemessen. Die eingeleitete Fahndung verlief zunächst im Sande. Um 22 Uhr jedoch meldeten sich Angestellte eines Unterschleißheimer Hotels, die Ärger mit einem Betrunkenen hatten.

Mann stand massiv unter Drogen

Der Mann sprach extremes Sächsisch. Er war massiv betrunken und hatte Drogen (Crystal Meth) in der Tasche. Stefan K. gab mittlerweile zu, mittags den Notruf betätigt zu haben. Das kann teuer werden: Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und Missbrauchs des Notrufs. Auf beide Tatbestände sieht das Strafgesetzbuch bis zu drei bzw. zwei Jahre Haft oder Geldstrafen vor. Stefan K. hat offensichtlich neben dem Alkohol- auch noch Drogenprobleme. Er wurde später wieder nach der erkennungsdienstlichen Behandlung freigelassen.

Bereits in der Silvesternacht hatten sich zwei Trittbrettfahrer gemeldet, einer davon sogar auf dem Facebook-Account der Polizei. Der Dritte rief am Samstag zweimal im Hauptbahnhof über Münzfernsprecher den Notruf an und behauptete, in München liege eine Bombe. Dann stieg er in einen Regionalzug, der in Mammendorf gestoppt wurde. Der Mann konnte jedoch entkommen.

Alle Informationen zu Terror-Alarm finden Sie in unserem Ticker.

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Bombenalarm am Gymnasium Tutzing: Abi-Prüfungen fanden statt
Bootsfahrt auf der Würm: Student rammt sich Holzstange in die Brust
Bootsfahrt auf der Würm: Student rammt sich Holzstange in die Brust
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik
Flüchtlinge treten vor dem Landratsamt Ebersberg in Hungerstreik
Flugzeugteil kracht auf Feld - wie konnte das passieren?
Flugzeugteil kracht auf Feld - wie konnte das passieren?

Kommentare