Türsteher soll Tänzerin vergewaltigt haben

Wolfratshausen/Geretsried – Ein 51 Jahre alter Türsteher soll sich an einer Tänzerin vergangen haben. Die Vergewaltigung liegt jedoch fünf Jahre zurück. Nicht nur das macht den Fall für das Langericht so kompliziert.

Ein 51 Jahre alter Geretsrieder, der aus dem dem ehemaligen Jugoslawien stammt, muss sich wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht München II verantworten. Der Türsteher soll sich an einer Tänzerin vergangen haben.

Der Fall ist kompliziert: Die dem Mann zur Last gelegte Straftat liegt bereits fünf Jahre zurück, sie wurde erst später angezeigt. Der Geretsrieder bestreitet die Vorwürfe vehement. Die Frau, die er vergewaltigt haben soll, machte am Mittwoch im Gerichtssaal jedoch eine detailgenaue Aussage. Das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer, eine Slowakin (29), arbeitete in einem Nachtlokal in Wolfratshausen als Tänzerin. In der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 2006 half sie in einem Nachtlokal in Geretsried aus. Der Türsteher hatte sie in Wolfratshausen abgeholt und in die Nachbarstadt gefahren. Die Slowakin berichtete von einer „normalen Nacht“. Es sei nicht viel los gewesen in dem Table-Dance-Lokal. Sie erinnerte sich an nur etwa drei Gäste. Sie habe immer wieder zehn Minuten lang getanzt, bis vier Uhr morgens. Zwischen den Tänzen habe sie sich mit den Gästen unterhalten und getrunken: Sekt und rund sechs Stamperl Tequila.

Nach der Arbeit sei sie in ein kleines Zimmer gegangen, um sich umzuziehen, schilderte die Tänzerin dem Richter. Dann sei plötzlich der Türsteher in den Raum gekommen. „Während ich mich umzog, kam er herein und fasste mich an.“ Sie habe gesagt: „Hey, geh raus, ich zieh mich um.“ Doch das tat der Mann angeblich nicht. Stattdessen soll er sie in ein anderes Zimmer geschoben und dort aufs Bett gelegt haben. Da habe die damals 24-Jährige immer noch gedacht, dass alles nur „ein Spaß“ sei. „Was er wollte, wurde mir erst im zweiten Zimmer bewusst.“ Der damals 46-Jährige habe sie festgehalten, mit seinem Körpergewicht nach unten gedrückt, ihr den Body beiseite gezogen und sie vergewaltigt. Die Tänzerin berichtete, wie sie ihn immer wieder angefleht habe, dass er aufhören solle, wie sie sich gewehrt habe. Doch sie habe keine Chance gehabt – weil er viel stärker und sie schon „vom Alkohol geschwächt“ gewesen sei. „Das ging blitzschnell“, betonte sie immer wieder. Danach habe sie „geschockt“ auf dem Bett gesessen und geweint. Sie habe ihn gefragt: „Was hast du getan?“ Da habe der Türsteher gelacht und gesagt: „Das hast du doch gewollt.“ Später am Telefon habe er aber geweint und gesagt, dass es ihm leid tue. „Auch, weil er ein Freund von meinem Freund war.“

Nach der angeblichen Tat kündigte die Tänzerin und ging wieder zurück in die Slowakei. Der Prozess dauert an.

Von Nina Gut

Rubriklistenbild: © Haag (Symbolbild)

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