Anschlag auf Radler mit Draht-Falle

Türkenfeld - Wie kann man nur so böse sein? Ein Unbekannter wollte Radler in eine Todesfalle locken: Er spannte auf einem Weg bei Türkenfeld einen Draht in Schulterhöhe zwischen zwei Bäume!

Die Polizei nennt dies einen „feigen und fiesen Anschlag“. Ein Sprecher sagte dem Fürstenfeldbrucker Tagblatt: „Es ist nicht auszuschließen, dass ein Radlerhasser noch andere Fallen aufgestellt hat oder aufstellen wird.“ Die Polizei warnt alle Radler!

Türkenfelds Bürgermeister Pius Keller hat einen anderen Verdacht: Er berichtet von Jugendlichen, die mit nicht genehmigten Geländemaschinen durch die Gegend rund um Türkenfeld rasen. Immer wieder erreichen ihn deshalb massive Beschwerden aus der Bevölkerung. Galt der Anschlag vielleicht gar nicht Radlern, sondern jugendlichen Motorradfans? Fakt jedenfalls ist: Ein Mountainbiker aus Bruck entdeckte die Todesfalle in letzter Sekunde – er hatte einen wachen Schutzengel.

Am Freitagnachmittag herrscht bestes Radlwetter, die Temperaturen sind angenehm, das Wochenende beginnt. Der 58-jährige Verwaltungsangestellte aus Fürstenfeldbruck steigt auf sein Montainbike und unternimmt eine Tour durch den Landkreis. Der Trip führt ihn weit hinaus in den Südwesten, nach Türkenfeld. Der Mann genießt die Ruhe auf den Wald- und Feldwegen rund um das 3000-Einwohner-Dorf.

Auf Höhe des Zigeunerbergs nördlich des Ortes wird der 58-Jährige plötzlich geblendet. Irgendetwas flirrt da auf Augenhöhe in der Luft, reflektiert die Sonne. Der Mann bremst und geht den Weg weiter, auf dem er eigentlich viel schneller fahren wollte.

Da sieht er das Unglaubliche: Ein silberner massiver Draht durchschneidet den Weg, er wurde sorgfältig um zwei gegenüberliegende Bäume gewickelt, berichtet die Polizei. Der Draht spannt sich quer über den etwa drei Meter breiten Waldweg in Schulterhöhe. Wäre der Radler in voller Fahrt in diese Falle geraten, hätte ihn der Draht womöglich an seiner verwundbarsten Stelle getroffen – am Hals.

Der 58-Jährige aber erkennt die Gefahr und denkt an seine Radlgenossen, die vielleicht an diesem Tag den gleichen Weg passieren wollen. Er entfernt den Draht und radelt weiter. Erst am Samstag allerdings geht er zur Polizei und bringt den Vorfall zur Anzeige. Auch Türkenfelds Bürgermeister Keller ist entsetzt: „Das ist Wahnsinn!“ Die Polizei fahndet nach dem Täter.

Thomas Steinhardt

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