Kennzeichen seitlich angebracht: Saftige Strafe

Wolfratshausen - Warum der 43-jährige Wolfratshauser sein Kennzeichen seitlich angebracht hatte? Jedenfalls nicht aus optischen Gründen, befand das Amtsgericht - und brummte ihm eine saftige Strafe auf.

Weil er das Nummernschild an seinem Audi nicht wie üblich vorne mittig, sondern seitlich angebracht hatte, musste sich ein 43-jähriger Wolfratshauser wegen Kennzeichenmissbrauchs vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte war sich keiner Schuld bewusst, als Ende März ein Polizeibeamter sein Fahrzeug auf einem Supermarktparkplatz genauer unter die Lupe nahm. „Das war für mich lediglich eine optische Sache. Der Kühlergrill sah so besser aus“, begründete der gelernte Maler und Lackierer die individuelle Anbringung des Schildes. „Es war nie meine Absicht, auf irgendeine Weise zu manipulieren.“ Das sah das Gericht anders, nachdem sich der Polizeibeamte zu der Sache geäußert hatte. „Auf den ersten Blick habe ich gedacht, dass er gar kein Kennzeichen hat“, sagte der Beamte. „Es war extrem um die linke Seite des Kotflügels herumgebogen.“ Der (für den Fahrer mutmaßlich angenehme) Nebeneffekt der optischen Kosmetik: Wäre das Fahrzeug geblitzt worden, hätte man das Kennzeichen nicht lesen können.

Der Verteidiger legte zur Entlastung seines Mandanten Fotos eines Alfa Romeo vor, bei dem das vordere Kennzeichen serienmäßig seitlich versetzt angebracht ist. „Bei dem Alfa wäre das Schild im Falle einer Radarmessung voll erkennbar, bei dieser Biegung jedoch nicht“, entgegnete Staatsanwalt Jonas Finke und unterstellte dem Angeklagten: „Ich glaube, Ihnen war bewusst, dass Sie damit nicht geblitzt werden konnten.“

Das sah auch Richter Helmut Berger so. Er verurteilte den 43-Jährigen, der sich nach einer früheren Verurteilung wegen gemeinschaftlichen versuchten Betrugs in offener Bewährung befand, zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30 Euro.

(rs)

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