tz-Bürgeranwalt hilft

Sie bekommt noch Batterien für einen Toten

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Bürgeranwalt Gaiser mit Rita Haberl und dem Hörgerät.

München - Rita Haberl (70), Rentnerin aus Riemerling, wendet sich an das Team des tz-Bürgeranwalts. Es geht um ein Abo ihres verstorbenen Mannes.

Voriges Jahr kaufte mein Mann ein teures Hörgerät für knapp 5000 Euro. Die Verkäuferin empfahl ihm, einen Abonnement-Vertrag über die dazugehörigen Batterien abzuschließen. Dieser Vertrag lief über sechs Jahre und kostete mehr als 240 Euro. Als mein Mann vom Kauf nach Hause kam, war mir klar, dass er die Batterien nie mehr aufbrauchen würde. Die Prognose der Ärzte war nämlich wenig optimistisch. Tatsächlich starb mein Mann ein halbes Jahr später und ich ging in das Geschäft der Hörgerätefirma, um wenigstens den Vertrag über die Batterielieferungen zu stoppen. Aber dort war man zu keinem Entgegenkommen bereit. Nun hat mein Mann also 240 Euro bezahlt und ich habe für sechs Jahre Batterien, die ich nicht brauche.

Rita Haberl (70), Rentnerin aus Riemerling

Als Erstes ließen wir uns die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu dem Batterie-Abonnement geben. Dort war alles Mögliche geregelt, aber über ein Sonderkündigungsrecht bei Todesfällen war nichts zu lesen. Also riefen wir den Inhaber der Firma an und erzählten ihm vom Ärger seiner Kundin. Er betonte, dass seine Firma zum Rücktritt von dem Batterievertrag nicht verpflichtet sei, aber er erklärte sich trotzdem zu einer Kulanzlösung bereit. Frau Rita Haberl hat inzwischen ihre 240 Euro für die Batterien wieder.

Wir wollten aber auch von der Verbraucherzentrale Bayern wissen, wie es sich grundsätzlich mit Verträgen verhält, wenn ein Vertragspartner stirbt. Eva Schönmetzler: „Im Normalfall müssen die Erben die Verträge des Verstorbenen übernehmen. Es sei denn, es gibt Sonderregelungen. Das muss man aber im Einzelfall prüfen.“

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