Gemeinden scheitern

Dritte Startbahn: Klagen von Kommunen erfolglos

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Bürgerinnen und Bürger des Aktionsbündnisses "AufgeMUCkt" protestieren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München gegen die dritte Startbahn. 

München/Leipzig - Im juristischen Kampf gegen den Bau der geplanten dritten Startbahn am Münchner Flughafen sind mehrere Gemeinden endgültig gescheitert.

Sie ist 4000 Meter lang, 60 Meter breit und kostet etwa 1,2 Milliarden Euro: die geplante dritte Startbahn im Erdinger Moos. Für die Gegner gab es jetzt ein schweren Rückschlag: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die Baugenehmigung in einer Teilentscheidung durchgewunken.

„Das ist bitter – ich denke auch, das ist eine weitreichende Entscheidung“, sagt Freisings OB Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte). Stadt und Landkreis Freising sowie die Gemeinden Berglern, Eitting, Oberding und Fahrenzhausen wollten erreichen, dass das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts überprüft wird. Der hatte 2014 Grünes Licht für den Bau gegeben und eine Revision nicht zugelassen. Freising beschwerte sich, die Leipziger Richter wiesen diese Klage nun zurück.

Der Flughafen freut sich. „Wir begrüßen das Urteil“, sagt Sprecher Florian Steuer. „Wir müssen aber weiter abwarten, bis über die Beschwerden von Bund Naturschutz und fünf privaten Klägern entschieden ist.“ Der Flughafen fordert die Startbahn, weil es mehr Passagiere gibt: Mit 39,7 Millionen wurde 2014 ein neuer Rekord aufgestellt, eine Million mehr als 2013. Die Gegner kontern: Die Zahl der Starts und Landungen ging 2014 um 1,4 Prozent zurück.

Die Zukunft ist unklar. Die Stadt München, Gesellschafterin des Flughafens, ist gegen den Bau, da die Startbahn per Bürger­entscheid abgelehnt wurde. Bürgermeister Josef Schmid (CSU) kündigt an, „das Bürgervotum gegen den Bau strikt zu achten“. Freisings OB Eschenbacher: „Wir sind enttäuscht, aber nicht entmutigt – wir sehen die Politik nach wie vor in der Pflicht.“

tz

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