Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

Brutale Selbstjustiz - Haftbefehl

Händler fährt Ladendieb fast tot

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Hier hat sich der Mordversuch mit dem Auto ereignet.

Starnberg - Mordversuch in Starnberg: Am Mittwoch hat ein junger Mann an der Hanfelder Straße in Starnberg offenbar mit Absicht einen Menschen überfahren. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl beantragt.

Es sah wie ein Unfall mit Fahrerflucht aus. Auf dem Gehweg der Hanfelder Straße in Starnberg lag ein schwer verletzter Fußgänger. Der Autofahrer, der das Unglück verursacht hatte, war mit seinem Kleinwagen davongerast. Doch das scheinbare Unglück entpuppte sich als Mordversuch. Zeugen brachten die Polizei auf die richtige Spur: Der Autofahrer war absichtlich auf den Fußgänger zugefahren!

Das Opfer, ein 32-jähriger Mann aus Tunesien, ist wahrscheinlich ein Ladendieb, dem am 22. März die gewaltsame Flucht vor dem Supermarkt-Besitzer gelungen war. Dessen Sohn, Khosrow A. (22), erkannte den Dieb auf der Hanfelder Straße wieder. Er wollte die Sache wohl auf seine Art regeln. Also raste der Afghane mit seinem Wagen auf den Radler zu und verletzte ihn beinahe tödlich.

Der erste Notruf ging am Mittwoch gegen 13.10 Uhr bei der Polizei ein. Gemeldet wurde zunächst ein Unfall. Mehrere Zeugen und ein zufällig des Weges kommender Berufsfeuerwehrmann versorgten den Schwerverletzten, der stark am Kopf blutete. Eine Zeugin brachte die Beamten auf die richtigte Spur: Der dunkle Suzuki-Kleinwagen sei geradewegs auf den Mann zugefahren und habe ihn gezielt von hinten auf dem Gehweg überfahren. „Dass es ein Mordanschlag war, war mir nicht klar“, sagt der Feuerwehrmann dem Starnberger Merkur. „Das Auto ist an mir vorbei gefahren. Es hatte ein Starnberger Kennzeichen“, erinnert sich der 43-jährige Robert Tischner, der in der Nähe mit Kollegen Kabel verlegte.

Das Opfer, das unter anderem einen Schädelbruch erlitten hat und im Klinikum Großhadern ins künstliche Koma versetzt wurde, konnte bisher nicht befragt werden. Die Polizei hofft, dass es ihm nächste Woche wieder gut genug geht, damit er befragt werden kann.

„Mein Sohn hat den Mann nicht überfahren wollen“, sagt der Vater des Täters, der einen Supermarkt in Pöcking betreibt, der tz. „Er wollte ihn lediglich stoppen. Weil ein Vorderreifen geplatzt ist, hat er die Beherrschung über das Auto verloren.“

Er ist sicher, dass der 22-Jährige hinter jenem Ganoven her war, der am 22. März gegen 16 Uhr eine Flasche Absolut Wodka stehlen wollte und sich mit Gewalrt aus dem Staub machte. „Ich habe ihn festhalten wollen“, so der Ladenbesitzer. „Er hat sich losgerissen. Mit der Flasche hat er die gläserne Eingangstür zertrümmert und ist abgehauen. Der Schaden beträgt über 1000 Euro.“

Für die Ermittler sieht die Tat des 22-Jährigen jedoch anders aus. Oberstaatsanwalt Florian Gliwitzky: „Wir haben Haftbefehl wegen versuchten Mordes erwirkt.“ Khosrow A. lasse sich zwar zur Sache ein, die Wahrheit scheine es jedoch nicht zu sein. Details müssen jetzt durch ein Unfallanalytisches Gutachten geklärt werden. Der Suzuki wurde beschlagnahmt.

ebu/ike/mg

Rubriklistenbild: picture-alliance/ dpa

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