Ein Toter und mehrere Verletzte

Schwere Explosion in Ebersberger Wohnhaus

+
Eine schwere Explosion ereignete sich am Samstagnachmittag in einem Wohnhaus in Ebersberg.

Ebersberg - Eine schwere Explosion ereignete sich am Samstagnachmittag in einem Wohnhaus in Ebersberg. Hohe Flammen schlugen aus dem Fenster. Es gibt einen Toten und mehrere Verletzte.

Glasscherben, verteilt in einem Umkreis von über 50 Metern. Verzogene Rollläden, Reste von Lebensmittel-einkäufen, ein einzelner Schuh auf der Straße, Trümmer verstreut in mehreren Gärten der Nachbarn. Dazu beißender Brandgeruch: Was am Tag nach der Explosion einer Wohnung hier in Ebersberg zu sehen ist, gibt noch immer einen erschreckenden Eindruck von dem, was am Samstag um 15.30 Uhr passierte.

Von einem lauten Knall wurde die Nachbarschaft der Siedlung aufgeschreckt – auch Jörg Domke, Redakteur bei der Ebersberger Zeitung, der nur 50 Meter entfernt wohnt (siehe unten). Viele rannten sofort auf die Dr.-Wintrich-Straße, Nachbarn riefen Polizei und Feuerwehr. Als die ersten Kräfte gut fünf Minuten später eintrafen, loderten meterhohe Flammen aus dem Fenster eines Appartements im ersten Stock. Einige Anwohner hatten sich bereits nach draußen gerettet und mussten mit ansehen, wie sich die Flammen nach und nach in das Sechs-Parteien-Haus fraßen. Eine zweite Explosion war zu hören.

Drei Passanten, zwei Frauen und ein Mann, mussten wegen leichter Verletzungen vor Ort behandelt werden – sie befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion auf der Straße und wurden durch herumfliegende Trümmer getroffen. Durch die Wucht der Detonation waren es vor allem Glasscherben, die – zum Teil handtellergroß – durch die Luft flogen.

Eine Anwohnerin berichtete, kurz nach der Detonation einen brennenden Mann in dem Appartement gesehen zu haben. Wenig später bargen Feuerwehrleute seine Leiche. Die Polizei hält einen Selbstmord für wahrscheinlich.

Den Feuerwehrleuten war der Mann nicht unbekannt. Jungen Feuerwehranwärtern hatte Andreas T. († 28) als Rettungssanitäter Schulungen erteilt, auch Ebersberger Führerscheinanwärter genossen das Fachwissen des BRK-Mannes. Einsatzleiter Uli Proske, Kommandant der Feuerwehr Ebersberg, sagte, dass nach dem Einsatz vier seiner Kräfte von einem Seelsorger betreut werden mussten. Sie kannten den Toten gut. Proske: „Die Feuerwehr ist sehr schockiert und möchte ihr Mitgefühl mit der Familie des Toten ausdrücken.“

Wie genau die Explosion herbeigeführt wurde, ist noch unklar. Möglicherweise war Benzin im Spiel.

Auf Nachfrage bestätigte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, dass es vor einigen Tagen eine Hausdurchsuchung bei Andreas T. gegeben hat. Mit welchem Ergebnis, blieb gestern unklar. Sicher ist allerdings, dass sie in Zusammenhang mit einem Betäubungsmitteldelikt stand.

Baustatiker halten das Haus für vorerst unbewohnbar. Das THW rückte noch am Abend mit 50 Kräften an, um ein professionelles Abstützsystem aus Holz zu errichten.

Jörg Domke

Der Augenzeuge

Jörg Domke (52), Redakteur bei der Ebersberger Zeitung, bekam das Geschehen hautnah mit: Seit 2004 lebt er mit seiner Familie in der Siedlung in Ebersberg – die Haustür ist nur etwa 50 Meter von dem betroffenen Haus entfernt. Zum Zeitpunkt der Explosion befand sich der Redakteur in der Küche, um Nudelsalat zu machen. Das Küchenfenster zeigt in Richtung des Unglückshauses. „Es gab gegen 15.30 Uhr zunächst einen Knall und eine Detonation, die die Wände spürbar erschütterte“, berichtet Domke. Sekunden später sah er, dass Glassplitter vor unserem Fenster herunterregneten. Er ist voll des Lobes für die Helfer. „Ich bin beeindruckt, mit welcher Professionalität die Feuerwehren hier vorgegangen sind.“

Bilder vom Unglücksort

Schwere Explosion in Ebersberger Wohnhaus

Auch interessant

Meistgelesen

Einbrecher fräsen sich in Elektromarkt
Einbrecher fräsen sich in Elektromarkt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Flugzeugteil auf Weide gestürzt - das sagt der Landwirt
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Freund beim Sexspiel mit Kreissäge getötet - Urteil
Flugzeugteil kracht auf Feld - wie konnte das passieren?
Flugzeugteil kracht auf Feld - wie konnte das passieren?

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion