Augenzeugen retten Insassen

Betrunkener rast mit Auto in Bach

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Ein volltrunkener Autofahrer ist am Samstagabend durch ein Erdinger Wohngebiet gerast. Der BMW kam von der Fahrbahn ab und landete auf der Seite im Fehlbach. Augenzeugen zogen den 32-Jährigen und seine Beifahrerin (24) aus dem Wrack.

Erding - Ein volltrunkener Autofahrer ist am Samstagabend durch ein Erdinger Wohngebiet gerast. Der BMW kam von der Fahrbahn ab und landete auf der Seite im Fehlbach. Augenzeugen zogen den 32-Jährigen und seine Beifahrerin (24) aus dem Wrack.

Es war am Samstagabend gegen 18 Uhr. Viele Badegäste fuhren vom Kronthaler Weiher nach Hause. So auch der 32-Jährige aus Hallbergmoos und seine Beifahrerin (24). Beide stammen aus Ungarn. Weit sollten sie nicht kommen. Neben der Sonne hatte der Fahrer auch Alkohol genossen - und das reichlich. 1,6 Promille zeigte der Alkomat an, so Florian Leitner von der Erdinger Polizei. Zeugen, unter ihnen der frühere Jugendamtsleiter Bernd Grabert, berichten, der BMW sei mit viel zu hohem Tempo in das Wohngebiet Freisinger Siedlung gerast. Auf der Franz-Xaver-Stahl-Straße prallte der Wagen zunächst gegen einen Holzzaun und einen massiven Baum. Der BMW schoss noch einige Meter weiter, dann drehte er sich um nahezu 180 Grad, schleuderte zwischen einem Telefonmast und einem Baum durch die Böschung hinunter. Der Wagen landete auf der Beifahrerseite im Fehlbach. Das Wasser ist dort bis zu 70 Zentimeter tief.

Bilder von der Unfallstelle

Betrunkener rast mit Auto in Bach

Den Höllenritt bekamen etliche Anwohner mit. Sie eilten gemeinsam mit Kleingärtnern vom Blumenhof ans Ufer und zogen die beiden Insassen aus dem BMW. Dazu sprangen die Augenzeugen teils mit voller Kleidung ins kalte Wasser. Am gegenüberliegenden Ufer kauerten die Opfer auf Flusssteinen und warteten auf Rettung.

Die Ersten, die an der Unfallstelle eintrafen, waren Wasserwachtler von der nahen Station im Erholungsgebiet. Einsatzleiter Edgar Scholz berichtet: “Als wir kamen, befand sich zum Glück niemand mehr im Wrack. Wir sind auf die andere Seite, um Erste Hilfe zu leisten.” Zudem wurde der Wagen gesichert, damit er nicht flussabwärts treiben konnte. “Zunächst einmal haben wir natürlich auch nachgesehen, ob es nicht doch Menschen gab, die im Inneren eingeschlossen waren”, so Scholz. Wenig später trafen ein Notarztwagen, Rettungsfahrzeuge von BRK und Malteser Hilfsdienst sowie die Polizei ein. Die Feuerwehr Erding rückte mit mehreren Fahrzeugen aus. Die Retter bauten Leitern auf, um ans Auto zu gelangen sowie um die Bergung abzusichern. In den Fehlbach wurde ein Ölsperre eingebracht. Eine Umweltschädigung trat aber nicht ein.

Während die junge Frau bibbernd in den Rettungswagen geschoben wurde, war der Fahrer auf Krawall gebürstet. Er leistete Widerstand gegen seine Rettung und gab auch danach im Krankenhaus keine Ruhe.

Ein Kran barg mit Unterstützung der Feuerwehr den BMW, der nur noch Schrottwert hat. In der Siedlung wurde der Unfall mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen. Denn die Augenzeugen wissen: Hier hätte auch ganz schnell jemand überfahren werden können. Ob der Ungar überhaupt eine in Deutschland gültige Fahrerlaubnis hatte, wird noch geprüft, so ein Sprecher der Erdinger Polizei.

Hans Moritz

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