Tod auf Polizeiwache

Starnberg: Angreifer mit Kopfschuss getötet

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Auf dem Polizeirevier in Starnberg haben Polizisten am Freitag einen Angreifer erschossen.

Starnberg - Auf dem Polizeirevier in Starnberg haben Polizisten am Freitag einen Angreifer erschossen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Einzelheiten zum Opfer und zu den tödlichen Schüssen bekanntgegeben.

Sieben Schüsse, von denen sechs ihr Opfer trafen, einer sogar in den Kopf. Am Montag legte die Staatsanwaltschaft München II die ersten Ergebnisse der Obduktion von Heinrich W. (73) vor, der am Freitag auf der Starnberger Polizeiwache erschossen wurde.

„Das vorläufige Ergebnis der Obduktion hat ergeben, dass der Mann von sechs Projektilen an beiden Armen und Beinen, im Rumpf und am Kopf getroffen wurde“, so Oberstaatsanwalt Ken Oliver Heidenreich. Die Obduktion fand am Freitag statt. Welche Schüsse tödlich waren und aus welcher Distanz sie abgefeuert wurden – darüber gab es keine Auskunft.

Heinrich W. war am Freitag auf der Wache mit einem Messer aufgetaucht. Hinter der gepanzerten Glasscheibe hielten sich außer den Beamten auch zwei Bürger auf. Einer wollte gerade in den Vorraum gehen, er wurde noch zurückgehalten.

Im nächsten Moment ließen die Polizisten den Starnberger hinter die Holztür in einen engen Flur hinein. Laut Staatsanwaltschaft war die Außentüre entriegelt – daher habe man den Messer-Mann nicht per Fernsteuerung im Vorraum einsperren können. Außer dem Inspektionschef (64) warteten im Flur zwei weitere Beamte. Auf die Aufforderung, das Messer wegzulegen, habe der Mann dort nicht reagiert. Auch das Pfefferspray zeigte keine Wirkung. Vielmehr rannte der Rentner, so die Ermittler, mit vorgehaltenem Messer auf die Beamten los, die nach hinten auswichen. Dann schossen alle drei auf Heinrich W. War dies wirklich Notwehr? Das müssen nun die Ermittlungen des Landeskriminalamtes klären.

Der psychisch kranke Mann fiel der Staatsanwaltschaft zufolge schon in den 80er Jahren auf – immer wieder wurde gegen ihn ermittelt, er war mehrfach in der geschlossenen Psychiatrie, zuletzt von November bis April. Er soll seine amtlich bestellten Betreuer sowie die Staatsanwaltschaft bedroht haben. Heinrich W. klagte dabei, er habe zu wenig Geld. Jetzt fanden die Ermittler in seinem Haus ein wirres Schreiben, in dem er unter anderem schrieb: „Wenn ich bis 15 Uhr nichts zum Essen habe, schlage ich los.“ Und: „Mir ist mein Leben nichts mehr wert. Ein anderes noch viel weniger.“ Er habe nicht mal mehr das Geld, um einen Briefumschlag zu kaufen.

J. Welte

Die Erklärung der Staatsanwaltschaft München II im Wortlaut:

Der 73jährige Mann, der am 07.06.2013 in der Polizeiinspektion Starnberg tödlich verletzt wurde, war bereits mehrfach stationär psychiatrisch untergebracht. Aus ärztlicher psychiatrischer Sicht lag bei ihm eine paranoide Schizophrenie vor. Zuletzt war er aufgrund einer angekündigten Gewalttat bzw. im Hinblick auf eine fehlende Krankheitseinsicht und damit einhergehende Gefahr einer gesundheitlichen Schädigung seit November 2012 bis zum 30. April 2013 in einer geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses gerichtlich untergebracht. In der Doppelhaushälfte, die der Mann nach dem Tod seiner Tante im letzten Jahr alleine bewohnte, wurde ein an die Staatsanwaltschaft München II gerichtetes inhaltlich verworrenes Schreiben datiert auf den 07.06.2013 aufgefunden. In diesem wurde ein nicht konkret bezeichnetes gewalthaftes Vorhaben ankündigt; hierzu werde er die Polizei aufsuchen.

Gegen den Mann wurden bei der Staatsanwaltschaft München II meh-rere Ermittlungsverfahren u.a. wegen Bedrohung und Störung des öf-fentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten geführt, die jedoch im Hinblick auf die bekannte psychische Erkrankung einzustellen waren. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass von den drei Polizeibeamten insgesamt 7 Schüsse abgegeben wurden.

Das vorläufige Ergebnis der Obduktion hat ergeben, dass der Mann von 6 Projektilen an beiden Armen und Beinen, im Rumpf und am Kopf getroffen wurde. Die staatsanwaltschaftliche Prüfung dauert an.

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