Taten in Herrsching und Neuried

Sex-Bestie = Feuerteufel: So wurde er überführt!

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Vergewaltiger Matthias M. (links) ist offenbar auch der bizarr maskierte Feuerteufel von Neuried (rechts).

Neuried - Er war es – daran besteht kein Zweifel mehr: Ein nur sechs Millimeter schmaler Schraubendreher überführte den Herrschinger Vergewaltiger Matthias M. († 28) auch als den Einbrecher.

Er ist am späten Abend des 1. Mai indie Wohnung einer schlafenden Neurieder Rentnerin (64) eingebrochen und hat dann an drei Stellen Feuer gelegt. Die Rentnerin konnte mit einer schweren Rauchvergiftung aus ihrer Wohnung fliehen.

Damit hatte der Serieneinbrecher in nur 18 Tagen zwei extrem brutale Mordversuche auf sein Gewissen geladen. Die Antworten auf zwei Fragen hat er jedoch für immer mit ins Grab genommen: Wie konnte aus einem sonst nicht weiter auffälligen Serien- Einbrecher nach vier Jahren Haft ein derart brutaler Gewalttäter werden? Und was hatte der Vater eines kleinen Buben sonst noch alles auf dem Kerbholz? Die Ermittlungen dazu dauern an.

Nach seinem Selbstmord auf den Bahngleisen in Trudering fand die Polizei in M.s Auto zwischen allerhand Aufbruchswerkzeug auch den schmalen Schraubendreher. Dessen Profil wurde im Labor der Formspurentechniker des Bayerischen Landeskriminalamtes unter dem Vergleichsmikroskop mit den Spuren des Neurieder Wohnungseinbruches verglichen. Per Silikonabdruck hatten die Spurensicherer dort an den Metall-Rahmen des Schlafzimmerfensters und der Terrassentür die Aufbruchsspuren gesichert. Kriminalhauptkommisar Josef Weilhammer: „In der 24-fachen Vergrößerung zeigte sich, dass die Schartenlinien des Werkzeugs und die Spuren an den Rahmen identisch sind. Das ist der Beweis, dass dieses Werkzeug beim Einbruch verwendet wurde.“

In M.s schwarzem Golf fanden sich zudem DNA-Spuren der Neurieder Rentnerin. „Das sind sogenannte Übertragsspuren, die vermutlich von der Kleidung des Opfers stammen“, erklärte der Leitende Kriminaldirektor Frank Hellwig am Dienstag. M. hatte außer Schmuck, EC-Karte und PIN auch noch eine gelbe Jacke der 64-Jährigen mitgenommen. Die trug er auf links gedreht mit den Schulterpolstern nach außen, als er 1000 Euro an zwei Bankomaten abhob. Hellwig: „Sowas haben wir bislang auch noch nicht gehabt.“

Die Taten von Matthias M.:

Neuried: Am späten Abend des 1. Mai dringt Matthias M. in die Wohnung einer schlafenden 64-Jährigen in Neuried ein. Bevor er geht, zündet er die Wohnung an. Die Frau kann gerade noch fliehen. In der selben Nacht hebt M. mit der EC-Karte des Opfers 1000 Euro an zwei Bankomaten in Stockdorf und Unterbrunn ab.

Herrsching: In der Nacht zum 18. Mai zerrt Matthias M. (†28) in Herrsching eine Studentin (25) in sein Auto. Im Wald misshandelt und vergewaltigt er sie, überfährt sie zweimal mit seinem Auto. Die Studentin schleppt sich zu den nächsten Häusern. Nur eine Notoperation rettet ihr das Leben.

Trudering: Wenige Stunden nach der Tat in Herrsching warf sich Matthias M. in Trudering vor einen Zug. Sein Auto stellten die Beamten in der Nähe sicher.

tz-Stichwort: Formspurentechnik wie ein Fingerabdruck

Im Sachgebiet 28 für Formspurentechnik im Landeskriminalamt arbeiten Ingenieure aller Fachrichtungen. Eines der wichtigsten Arbeitsgeräte ist das 160 000 Euro teure Vergleichsmikroskop mit zwei Tellern, auf denen die Abformungen von Werkzeug und Tatortspuren miteinander verglichen werden. Dafür müssen die Techniker das Werkzeug selbst ausprobieren, bis der Winkel stimmt. Ein gebrauchtes Werkzeug  hinterlässt ein individuelles Schartenspuren-Muster, das ähnlich einmalig ist wie ein Fingerabdruck.

Dorita Plange

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