Kurioser Plan

Dieser Friseurmeister will "Kopfgeld" zahlen

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23 Kandidatinnen – doch nur eine Bewerberin hat sich auf Vermittlung der Agentur für Arbeit gemeldet. Friseurmeister Johannes Mittermeier will seinen Mitarbeiterinnen nun eine „Kopfprämie“ zahlen, wenn sie potentielle Bewerber liefern.

Poing - Die Arbeitsagentur hat Johannes Mittermeier aus Poing 23 potentielle Arbeitnehmerinnen vermittelt - doch nur eine hat sich gemeldet. Jetzt will der Friseurmeister "Kopfgeld" zahlen.

Vier Stellen als Friseur/Friseurin sind derzeit in den vier Salons, die Johannes Mittermeier in Poing, München, Erding und Landshut betreibt, frei. Dazu kommen noch Ausbildungsplätze. Auf der Suche nach neuem Personal hat sich der 42-jährige Poinger an die Agentur für Arbeit in München gewendet. Die Zentrale sowie deren Geschäftsstellen (unter anderem in Ebersberg) haben daraufhin den Kontakt zu 23 potentiellen Kandidatinnen hergestellt. Diese erhielten von der Agentur zudem die Aufforderung, sich umgehend mit Mittermeier in Verbindung zu setzen.

"Bislang hat sich nur eine Bewerberin gemeldet", berichtet der Friseurmeister und schüttelt ratlos den Kopf. "Das verstehe ich nicht." Die Kandidatinnen, die von der Arbeitsagentur ebenfalls angeschrieben worden sind, stammen aus dem Umland, aus Grafing beispielsweise oder aus Kirchheim.

"Das Nichtreagieren auf Vermittlungsvorschläge ist keineswegs gängige Praxis bei der überwiegenden Mehrzahl unserer Kunden", sagt Daniela Meier, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit München. Normalerweise seien die meisten arbeitslosen Bewerber froh über Vermittlungsvorschläge, da sie sich eine längere Arbeitslosigkeit gar nicht leisten könnten.

Generell prüfe die Agentur, ob sich der Arbeitslose beim potentiellen Arbeitgeber vorgestellt hat. "Allerdings sind wir auf die konkreten und zeitnahen Informationen seitens der Arbeitgeber angewiesen", so Meier. Sollte sich herausstellen, dass der Bewerber keinen wichtigen Grund (beispielsweise Krankheit/Arbeitsunfähigkeit) für sein Verhalten nachweisen kann, werde dies sanktioniert - indem das Arbeitslosengeld für eine bestimmte Zeit nicht ausgezahlt wird.

Johannes Mittermeier überlegt nun, seinen Mitarbeitern eine "Kopfprämie" zu zahlen, wenn sie ihm einen Bewerber vermitteln. In seinen vier J7-Salons beschäftigt der 42-Jährige 20 Friseure und 18 Auszubildende.

von Armin Rösl

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