Nach Schlägerei auf Damen-Toilette

Gefängnisstrafe für 28-jährige Mutter

Geretsried - „Schläge, das ist die Sprache, die sie spricht“, hielt Richter Helmut Berger der Hausfrau (28) vor, die sich wieder wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten musste. Im März hatte sie auf einer Damen-Toilette zugeschlagen.

Mitte März dieses Jahres soll die Angeklagte auf der Damentoilette einer Geretsrieder Diskothek eine Zahnarzthelferin (21) ins Gesicht und auf den Oberkörper geschlagen haben. „Als ich von der Toilette komme, fragt sie mich: Wie kann man so arrogant sein?“ schildert die Geschädigte in ihrer Zeugenaussage, wie sich die Sache zugetragen hatte. „Ich habe geantwortet: Schätzchen, was willst Du von mir? Darauf hin sagt sie: Sag noch einmal Schätzchen... Dann bekam ich schon die erste Faust.“

Von einer Prügelei mochte die Beschuldigte jedoch nichts wissen. Sie sei nach dem Besuch einer Erotikmesse noch auf einen Sprung in die Diskothek gegangen. Dort habe sie eine Bekannte getroffen, die wegen der Trennung von ihrem Freund durch den Wind gewesen sei. Deshalb habe sie angeboten, ihr auf der Toilette die Haare zu flechten. Dabei sei sie von der 21-Jährigen gestört worden. „Jemand wollte mich wegschubsen. Da habe ich hinter mich gelangt“, erklärte die 28-Jährige. Die wohl recht aufgebrachte Geschädigte war wenig später des Lokals verwiesen worden. Verweint und frierend im dünnen Cocktailkleid war die junge Frau von einer Zivilstreife auf der Straße aufgegriffen und nach Hause gefahren worden. Erst eine Woche nach dem Vorfall stellte sie Strafantrag wegen Körperverletzung. Für die Beschuldigte hat das fatale Folgen.

Die Mutter einer kleinen Tochter war erst Ende Oktober vergangenen Jahres wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr Haft verurteilt worden, sie steht unter offener Bewährung. Damals hatte sie vor einem Wolfratshauser Abendlokal eine Nebenbuhlerin verprügelt und mit Fußtritten malträtiert. „Sie wurde damals in krasser Weise provoziert, da ist ihr die Sicherung durchgebrannt. Die Geschichte heute hat eine andere Dimension. Das war ein dummer Ausrutscher“, machte sich Verteidiger Marc Zinka für seine Mandantin stark und plädierte dafür, ihr wegen der kleinen Tochter noch einmal eine Chance zu geben.

Doch diese Chance räumte ihr das Gericht nicht ein: Sechs Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung lautete das Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist.

(rs)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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