Husky im Blutrausch - vier Schafe tot

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Grausiger Anblick: Der Hund hatte die Schafe nicht nur totgebissen, sondern auch ausgeweidet.

Herrsching - Zweieinhalb Stunden lang biss ein Husky auf einer Schafweide bei Herrsching wild um sich. Vier Schafe sind tot, zwei schwer verletzt.

Es war ein Bild des Schreckens, das sich am Sonntag einer 48-Jährigen und ihrem achtjährigen Sohn in dem Herrschinger Ortsteil Rausch bot. Seit zwölf Jahren schenkt die Herrschingerin Schafen auf einem ein Hektar großen Gelände ein glückliches Leben. Dieses wurde nun von einem wildernden Husky zerstört, der vier der zehn Tiere tötete und zwei schwer verletzte.

„Der Hund saß da und hat unsere Püppi ausgeweidet“, berichtet die 48-Jährigen von dem grausigen Anblick. Als sie gehört hatte, dass eines ihrer Schafe in Lochschwab gesichtet worden war, hatte sie sich gegen 14.30 Uhr mit ihrem Auto auf den Weg zu den Schafen gemacht. Dort angekommen sah sie den großen Hund. „Ich habe zuerst gedacht, es ist ein Wolf.“ Dennoch bewies die Frau großen Mut, griff zu einer Eisenstange und ging auf das wildernde Tier zu. Der Husky suchte daraufhin das Weite. „Ich bin ihm noch hinterhergelaufen, habe ihn aber nicht mehr erwischt.“ Geistesgegenwärtig hatte die Herrschingerin noch mit dem Handy ein Foto von dem Ungetüm gemacht. So konnte die Polizei Hund und Halter später rasch ausfindig machen. Der Besitzer aus Schlagenhofen (Gemeinde Inning) hatte seinen Husky am Morgen als vermisst gemeldet.

„Der Hund muss unserer Schafe zweieinhalb Stunden terrorisiert haben“, meint die Herrschingerin. Vor und in dem Stall hatte er sein Unwesen getrieben und sich in die weißen und braunen Bergschafe verbissen. „Überall war Blut“, sagt die Herrschingerin. Sie macht darauf aufmerksam, dass ihre Bergschafe nicht irgendwelche sind: „Das ist eine vom aussterben bedrohte bayerische Rasse.“ Ihr Sohn hatte die Namen für die Tiere auswählen dürfen. Neben „Püppi“ sind jetzt auch „Isolde“, „Antonio“ und „Fridolin“ tot. Das jüngste von ihnen war erst drei Monate alt. Zwei weitere Schafe wurden schwer, zwei andere leicht verletzt. Den übrigen beiden gelang die Flucht.

Neben der Polizei verständigte die Herrschingerin am Sonntag auch einen Tierarzt, der die verletzten Schafe versorgte. Sie sei guter Dinge, dass die beiden Schwerverletzten durchkommen, sagt die Besitzerin.

Mittlerweile hat sich die Herrschingerin von dem Schock einigermaßen erholt. Wie lange ihr Sohn dafür brauchen wird, kann die Frau noch nicht abschätzen. „Er hat die letzte Nacht auch nicht gut geschlafen“, sagte sie gestern. „Wir müssen ihm erklären, dass die Natur nun mal so ist. Und ich versuche, ihm beizubringen, dass letztlich nicht der Hund schuld war, sondern sein Halter.“

Dieser hat seinen Husky nach Auskunft der Polizei mittlerweile wieder. Das Landratsamt erhalte ebenso einen Bericht wie die Gemeinde Inning. Diese entscheide, ob ein Bußgeld fällig werde, erklärte eine Beamtin auf Anfrage. Die Polizei und auch die Schafliebhaberin aus Herrsching bitten die Hundehalter ihre Haustiere in Waldgebieten angeleint zu führen, um ein Ausreißen und mögliches Wildern zu verhindern. jvr

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